Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft Foto: Wikileaks
Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft Foto: Wikileaks

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Schweden stellt erste Ermittlungen gegen Julian Assange ein

LONDON. Schweden hat die Ermittlungsverfahren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Belästigung und Nötigung nach fünf Jahren eingestellt. Sie sind verjährt. Die schwerwiegenderen Verfahren wegen Vergewaltigung laufen hingegen weiter.

Die ecuadorianische Botschaft in London Foto: Wikileaks

Diese könnten noch bis 2020 fortgesetzt werden. Die schwedischen Behörden behaupten, Assange habe sich der Strafverfolgung durch den Gang in die Botschaft Ecuadors in London entzogen. Der Wikileaks-Gründer bestreitet dies ebenso wie sämtliche Tatvorwürfe.

In einer Stellungnahme zur Einstellung des Verfahrens äußert er seine Enttäuschung darüber, daß er sich nie gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen konnte. Er habe stets ein klares Angebot an die schwedische Justiz ausgesendet: „Kommt in die Botschaft, um meine Aussage aufzunehmen, oder versprecht, daß ihr mich nicht an die Vereinigten Staaten ausliefert.“ Die schwedischen Behörden seien daran nicht interessiert gewesen. Assange fürchtet, von einem amerikanischen Gericht unter anderem wegen Verschwörung und Geheimnisverrat verurteilt zu werden. Nach eigener Aussage drohen ihm bis zu 45 Jahre Haft. Sein Informant Bradley Manning war von einem US-Gericht zu 35 Jahren Haft verurteilt worden.

Assange sitzt seit 2012 in der ecuadorianischen Vertretung in London, wo er Botschaftsasyl genießt. Seitdem patrouilliert die Polizei mit einem Großaufgebot vor dem Gebäude, um sein unerkanntes Entkommen zu verhindern. Die Kosten dafür sollen bisher 12 Millionen Pfund (17 Millionen Euro) betragen haben. Der 45jährige wird verdächtigt, in Schweden 2010 zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Es wurde nie Anklage gegen ihn erhoben. (rg)

Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft Foto: Wikileaks
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