Gabriele Heinisch-Hosek: Wer wird bei der Steinigung am meisten diskriminiert? Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com
Broschüre

Österreich debattiert gendergerechte Steinigungen

WIEN. Die österreichische Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat mit einer Broschüre für Aufregung gesorgt, die eine Diskriminierung der Frauen bei Steinigungen beklagt. Konkret heißt es dort, „daß die Durchführung der Steinigung eindeutig Nachteile für Frauen aufweist“. So würden Männer bei einer Steinigung nur bis zur Hüfte, Frauen hingegen bis zu den Schultern eingegraben, heißt es in dem Text.

„Dies ist bedeutend, weil im Falle des ‚Sich- Befreiens‘ der (oder des) Verurteilten eine Begnadigung durchgesetzt werden kann. Dies ist bei Männern somit weitaus wahrscheinlicher“, belehrt die Broschüre des Frauenministeriums weiter.

Die FPÖ reagierte entsetzt. Generalsekretär Herbert Kickl brachte eine parlamentarische Anfrage mit dem Titel „SPÖ-Forcierung gendergerechter Steinigungen“ ins Parlament ein. Kickl fragte, ob Heinisch-Hosek „hinter der unfaßbaren Aussage ihrer Broschüre steht, wonach Frauen bei Steinigungen auch nur mehr bis zur Hüfte eingegraben werden sollen, um so eine diesbezügliche Gleichbehandlung mit von Steinigungen betroffenen Männern herzustellen“.

Auch von der konservativen ÖVP kam Kritik. „Gendern darf nicht dazu führen, daß man dabei die Grundlagen der Menschenrechte vergißt“, sagte die Wiener Gemeinderätin Barbara Feldmann. Eine derartige Broschüre wird uns definitiv nicht weiterhelfen. (ho)

Gabriele Heinisch-Hosek: Wer wird bei der Steinigung am meisten diskriminiert? Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

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