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Libyen
 

Hilfsorganisation beklagt Folter von Gaddafi-Anhängern

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Straßenszene aus Misrata: Systematische Folterungen an der Tagesordnung Foto: JF

TRIPOLIS. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat ihre Arbeit in den Internierungslagern in Misrata beendet. Als Grund wurden die immer zahlreicheren Verletzungen der Kriegsgefangenen durch Folter angegeben. Alleine seit August des letzten Jahres hat die Hilfsorganisation über hundert Häftlinge behandelt, die Spuren von Folter und schwerer Mißhandlung aufwiesen, teilte die Organisation mit.

„Einige Behördenvertreter haben versucht, die medizinische Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zu instrumentalisieren oder zu behindern“, sagte der belgische Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen, Christopher Stokes. „Patienten wurden während der Verhöre zur Behandlung zu uns gebracht, um sie wieder fit zu machen für die Fortsetzung der Befragung. Das ist vollkommen inakzeptabel.“

Öffentliche Bitte der Hilfsorganisation ignoriert

Nachdem die Hilfsorganisation vergeblich mehrere Regierungsvertreter informierte, bat sie in einem offenen Brief an Behörden in Misrata vom 9. Januar um eine Beendigung der Folterungen. Nachdem keine Reaktion erfolgte, „haben wir die Entscheidung getroffen, unsere medizinische Hilfe in den Gefängnissen einzustellen.“

Durch Plünderungen und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung hat sich das Ansehen des amtierenden Übergangsrates in der libyschen Bevölkerung deutlich verschlechtert. (FA)

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