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Europa
 

Französische Linke warnt vor deutscher Führungsrolle

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Otto von Bismarck und Napoleon III.: Angst der Sozialisten vor einem starken Deutschland Foto: Wikimedia

PARIS. Die französischen Sozialisten befürchten durch die Euro-Krise eine erstarkende deutsche Großmacht. Präsidentschaftskandidat François Hollande warf Präsident Nicolas Sarkozy vor, Deutschland zu viele Zugeständnisse gemacht und den französischen Führungsanspruch innerhalb der Europäischen Union geschwächt zu haben. Das französische Staatsoberhaupt befände sich im Schlepptau eines immer dominanter werdenden Deutschlands.

Der sozialistische Abgeordnete Arnaud Montebourg verdächtigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in der Euro-Zone eine „deutsche Ordnung“ mit der Vormachtstellung Deutschlands etablieren zu wollen. Dies erinnere ihn an den Nationalismus Bismarcks. Für Montebourg ist Sarkozy dabei der „kleine Napoleon“ (Napoleon III.), der den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 verlor. „Die Frage des deutschen Nationalismus stellt sich erneut“, gibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Oppositionsführer wieder.

Sarkozy habe in Berlin „kapituliert“

Montebourgs Parteifreund Jean-Marie Le Guen fühlte sich bei dem Treffen von Sarkozy und Merkel in Straßburg sogar an den französischen Premierminister Édouard Daladier erinnert. Dieser reiste 1938 nach München, wo er maßgeblich am Münchner Abkommen mitwirkte, in dem Deutschland die deutschsprachigen Teile der Tschechoslowakei zugesprochen wurden. Die sozialistische Parteivorsitzende Martine Aubry warf Sarkozy vor, in Berlin „kapituliert“ zu haben. (FA)

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