Verantwortung in Zeiten der Krise

Mit einem Besucherrekord und dem Appell, christliche Werte wieder stärker in die Gesellschaft zurückzuholen, ist am Wochenende in Düsseldorf der Kongreß christlicher Führungskräfte (JF 10/09) zu Ende gegangen.

Zu dem dreitägigen Kongreß waren über 3.600 Dauerteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gekommen. Am Freitag und Samstag zählten die Veranstalter jeweils mehr als 3.800 Besucher. Erstmals war auch die JUNGE FREIHEIT mit einem eigenen Stand und drei Mitarbeitern auf dem Kongreß vertreten (siehe auch Seite 23). In den Vorträgen und 60 Seminaren zu 15 verschiedenen Themengebieten wurden Auswege aus der Wirtschafts- und Wertekrise diskutiert.

Der Erzbischof von Köln, Joa­chim Kardinal Meisner, sagte in einem Grußwort, in Führungspositionen gehe es nicht um äußeren Glanz, sondern um die Bereitschaft, anderen Menschen zu dienen: „Der Schein darf nicht über das Sein triumphieren.“ Heute lebe ein Großteil der Menschen nach dem Motto: „Ich diene gern – am liebsten in führenden Positionen.“ Doch zu führen bedeute vor allem, Verantwortung zu übernehmen, betonte der Kardinal. Christen seien in besonderer Weise dazu gerufen, Verantwortung zu übernehmen, weil Gott ihnen aufgetragen habe, die Welt mitzugestalten. Dabei sollten christliche Führungskräfte sich aber immer „in der Nachfolge dessen begreifen, der nicht kam, um zu herrschen, sondern um zu dienen“.

„Holt die Bibel zurück in die Gesellschaft“

Der Unternehmer und Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Friedhelm Loh (Haiger), erklärte, er erwarte, daß die Wirtschaftskrise länger dauern werde als ein Jahr. Die Wirtschaft sacke derzeit rund um den Globus gleichmäßig ab. Deshalb versagten auch fast alle bisherigen Steuerungsinstrumente. Loh warnte davor, die Situation schönzureden. Mitarbeiter und Angestellte wollten die Wahrheit hören, selbst wenn sie hart sei. Was jetzt gefragt sei, seien Eigenschaften wie Disziplin, Offenheit, Verbindlichkeit und Ehrlichkeit. „Angesichts von Werteschwund und Wirtschaftsskandalen rufen wir: Holt die Bibel zurück in die Gesellschaft“, sagte der Vorsitzende des Kongresses, Horst Marquardt, „sie gibt Orientierung und zeigt, wie man trotz menschlicher Schwächen christliche Werte leben kann.“

Der überkonfessionelle Kongreß christlicher Führungskräfte wird getragen von einer Allianz aus Unternehmerverbänden, landes- und freikirchlichen sowie anderen christlichen Organisationen. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme. Der nächste Kongreß soll 2011 in Nürnberg stattfinden.

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