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„Politische Herausforderung“

Herr Stein, welchen Sinn hat eine Bibliothek des Konservatismus, wenn man die meisten Bücher bereits in der Berliner Staatsbibliothek finden kann?

Stein: Das ist tatsächlich so – wenn auch die über 20.000 Bände umfassende Forschungsbibliothek Caspar von Schrenck-Notzings eine große Zahl von Raritäten insbesondere zur Strömung der Konservativen Revolution enthält, die Sie andernorts so nicht finden werden.

Welche Bedeutung hat die „Bibliothek des Konservatismus“ dann?

Stein: Ihren Charme und ihre Bedeutung hat sie als Spezialbibliothek, in der Studenten, Wissenschaftler, Publizisten und auch Bürger, beispielsweise Leser dieser Zeitung, in kompakter Form die wesentliche Literatur einer geistigen Gegenbewegung vorfinden, die sie bei vielen öffentlichen Bibliotheken nur mühsam und nach Anfrage erhalten. Vor allem müssen Sie bei Großbibliotheken wissen, was Sie konkret suchen. In einer Spezialbibliothek, wie sie seitens der FKBF geschaffen wird, können Sie sich auch intuitiv vorarbeiten und quasi „stöbern“.

Was ist unter dem Stichwort „Ort der Begegnung“ zu verstehen?

Stein: Ich glaube, daß es einen unglaublichen Reiz darstellt, in einer solchen Bibliothek nicht nur zu forschen, zu lesen, zu arbeiten, sondern daß eine solche Einrichtung auch als sozialer Ort dient, als ein Ort der Begegnung, wo sich insbesondere junge Leser, Studenten und Jungakademiker treffen, kennenlernen und zu gemeinsamen Vorhaben kommen.

Sie wollen dort auch Veranstaltungen durchführen.

Stein: In der Tat ist es ideal, eine solche Bibliothek mit wenigstens einem größeren Tagungsraum zu verbinden, in dem Diskussionsveranstaltungen, Seminare, Buchvorstellungen und ähnliches durchgeführt werden könnten.

Die Bibliothek nicht nur als staubiges Archiv, sondern Teil einer politisch-akademischen Aktion?

Stein: Seit 1968 sind die Universitäten im Zuge einer Kulturrevolution regelrecht gesäubert worden. Konservative wurden teils mit Gewalt oder durch veränderte Personalpolitik an den Rand gedrängt und ausgeschaltet. Wo gibt es die großen nichtlinken Gegenspieler an den politikwissenschaftlichen und historischen Seminaren? Eine konservative Forschungsbibliothek in der Hauptstadt und in Universitätsnähe artikuliert einen Anspruch auf wissenschaftliche und politische Mitwirkung, eine Herausforderung zur Gegenbewegung.

All das ist mit erheblichen Kosten verbunden.

Stein: Das ist richtig. Und mir ist klar, daß dies neben der JUNGEN FREIHEIT, für die ich auch die Verantwortung zu tragen habe und die in diesem Jahr Herausforderungen zu meistern hat, ein ehrgeiziges Projekt darstellt. Der erste Aufruf von Februar hat jedoch ein großes Echo ausgelöst.

Wie ist die Reaktion?

Stein: Über 300 Spender haben die Bibliothek schon bis heute mit insgesamt über 20.000 Euro unterstützt. In der Aufbauphase braucht die Bibliothek bis 2011 jährlich mindestens 50.000 Euro Spenden, um die Aufarbeitung, Bibliographierarbeit, Restaurationen etc. zu finanzieren.

Was ist zu tun, damit die Bibliothek erfolgreich realisiert werden kann?

Stein: Es fehlt noch eine räumlich optimale Bleibe. Dies ist auch einer der wichtigsten Kostenfaktoren. Vielleicht findet sich ja ein Berliner, der eine Immobilie in passender Lage zur Verfügung stellen oder günstig vermitteln kann. 

Die nächsten Schritte?

Stein: Es ist noch in diesem Jahr die Bildung eines wissenschaftlichen Beirats und eine erste Fachtagung zum Thema „Bibliothek des Konservatismus“ geplant.

Foto: Dieter Stein: Vorsitzender des FKBF-Stiftungsrates

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