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Wehrfähige Volkswirtschaft

Auch in Deutschland wird endlos und ohne großen Nutzwert über Pro und Kontra der Globalisierung debattiert. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Das Phänomen ist so vielschichtig, daß sich eine allgemein akzeptierte Definition bislang nicht durchsetzen konnte. Und es wäre verheerend, wenn sich die Deutschen, die als Exportweltmeister auch Globalisierungsgewinner sind, gegen den Welthandel und gegen den freien Kapitalverkehr wenden würden. Ich schlage stattdessen vor, über die Wehrfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft nachzudenken – über ihre Fähigkeit, Integrität, Identität und Selbstbestimmung zu wahren. Die Sicherheit eines Staates versteht sich nicht nur militärisch, seine Souveränität nicht nur völkerrechtlich und politisch, sondern eben auch ökonomisch. Und im übrigen baut die deutsche Volkswirtschaft auf anderen Traditionen auf als der angelsächsische Wirtschaftsraum.

Konkret müßte es der Staat künftig unterbinden, daß florierende mittelständische Unternehmen von Beteiligungsgesellschaften in London oder New York übernommen und ausgeplündert werden können, indem die Übernahme mit Krediten finanziert wird, die nachher in die Bilanz des Opfers gedrückt werden, diese ruinieren und schließlich auch noch Entlassungen zur Folge haben.

Ebenso ist die Bundesregierung gefordert, wenn chinesische Konzerne Patente und geistiges Eigentum mißachten und etwa einen Transrapid oder einen Airbus mit der Absicht bestellen, ihn nachzubauen. Eine Frage der wirtschaftlichen Integrität ist es auch, daß strategische Sektoren wie die U-Boot-Technologie nicht in die Hände der ausländischen Konkurrenz fallen. Die Amerikaner sind da weniger zimperlich.

Am allerwenigsten darf eine selbstbewußte Nation auf angemessene Währungsreserven verzichten. Die der Bundesbank sind fast zur Gänze in Dollar und in Gold angelegt. Sie sind Teil des Volksvermögens, wobei der Dollaranteil nur Forderungen, der Goldanteil aber Sachvermögen darstellt. Eben erst mußte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) den Versuch aufgeben, nach dem Goldschatz der Bundesbank zu greifen. Was dazu von SPD aber auch von CDU zu hören war, verriet eine erschreckende Ignoranz. Allenfalls die Dollarreserven der Bundesbank kämen für eine Reduzierung in Frage, weil ihr Wert ganz im Belieben der amerikanischen Politik steht. Auf keinen Fall aber das Gold, das vielleicht eines Tages gebraucht wird, wenn die deutsche Handelsbilanz ins Minus rutschen oder der Euro scheitern sollte.

Dr. Bruno Bandulet ist Herausgeber des DeutschlandBriefes und des Finanzdienstes G&M.

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