Peter Glotz kritisiert im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT das “Wegdrücken“ der deutschen Opfer des 2. Weltkrieges: “Opportunismus der Linken gegenüber dem Zeitgeist“

Der ehemalige Bundesgeschäftsführer der SPD, Peter Glotz, hat die Vernachlässigung der Rolle der Deutschen als Opfer des Zweiten Weltkrieges erneut heftig kritisiert: “Jahrzehntelang ist zum Beispiel der Bombenkrieg nur sehr zaghaft und verschämt thematisiert worden, obwohl Millionen Menschen davon betroffen gewesen sind", so Glotz in einem Interview mit der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. In puncto Vertreibung kritisiert er das “wegdrückende Gerede, das sich bei uns zu diesem Thema eingebürgert hat". Als Ursache nannte er unter anderem “einen gewissen Opportunismus gegenüber dem Zeitgeist, von dem auch ich ergriffen war ­ und nicht nur ich, sondern ein großer Teil der Linken".

Weiter warnte der SPD-Vordenker: “Eine Gesellschaft kann sich nur ein gewisses Maß an Einwanderung zumuten … Mir ist klar, daß man nicht beliebig viele Menschen aus allen Ecken der Welt nach Niedersachsen, Friesland oder Thüringen transportieren kann, ohne Konflikte zu provozieren … Wir haben es in Deutschland zu Parallelgesellschaften kommen lassen. Das war nicht klug. Wir sollten uns sehr überlegen, ob wir diese auch noch in Lüneburg, Plauen oder Regensburg haben wollen."

Mißtrauen äußerte Glotz dagegen gegenüber dem Begriff “Identität": “Diesen Begriff höre ich meistens dann, wenn einer nur sagen will, es gäbe zu viele Türken in Deutschland", so Glotz.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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