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Das Mahnmal wankt

Im Konflikt um das Mauermahnmal am Checkpoint Charlie ist immer noch keine Lösung in Sicht. Der Verwalter des Grundstückes, auf dem sich die Holzkreuze und Mauerteile befinden, die Bankaktiengesellschaft (BAG) Hamm, lehnt eine Verlängerung des Ende Dezember ausgelaufenen Pachtvertrages ab. Andererseits schließt sie eine einvernehmliche Lösung mit der für die Errichtung des Denkmals verantwortlichen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft 13. August, Alexandra Hildebrandt, nicht aus. Am vergangenen Freitag hatte der Berliner Kurier gemeldet, daß die BAG bereits eine Räumungsklage eingereicht habe. Bislang konnte jedoch ein entsprechender Bescheid beziehungsweise eine Information an Hildebrandt nicht nachgewiesen werden. Wegen der zahlreichen Anfragen von Journalisten hat daher die BAG angekündigt, sich Ende der Woche in einer Presseerklärung zum weiteren Vorgehen zu äußern. Hildebrandt hatte bereits in den letzten Dezembertagen die bisherige monatliche Pachtsumme in Höhe von 14.500 Euro für Januar 2005 überwiesen, obwohl der Vertrag nur bis zum 31. Dezember Gültigkeit hatte. Die BAG ist indes an einem schnellen Verkauf des gesamten 8.600 Quadratmeter großen Areals interessiert, welches sie für die insolvente Checkpoint Charlie Kommanditgesellschaft verwaltet. Dabei käme auch eine Veräußerung an Hildebrandt in Frage, die jedoch bislang an der Höhe des Kaufpreises (rund 36 Millionen Euro) scheiterte. Seit Monaten ruft die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft zu Spenden auf. Unterdessen geht der Medien-Feldzug gegen Hildebrandt unvermindert weiter. In einem taz-Artikel vom vergangenen Freitag vermutete Autor Philipp Gessler „Tricksereien“ beim Verkauf von „Mauerbruchstücken“ im Museum am Checkpoint Charlie. Ferner wirft Gessler dem vor einem Jahr verstorbenen Rainer Hildebrandt, dem Begründer der Arbeitsgemeinschaft, vor, „offenbar“ „die Trennlinie zwischen öffentlichen und privaten Geldern“ „verwischt“ und „das lange öffentlich subventionierte“ Haus „als Selbstbedienungsladen ausgenutzt“ zu haben. Im Zuge der Debatten ist Bewegung in die Suche nach einer würdigen offiziellen Gedenkstätte gekommen. So sprechen sich nach einem Bericht des Spiegels über 100 Bundestagsabgeordnete für einen Erinnerungsort in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor – dem klassischen Symbol von Spaltung und Öffnung in der Hauptstadt – aus. „Kein anderer Ort hat so sehr für die Teilung Deutschlands und der Welt gestanden“, lautet der Leitsatz des Antrags.

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