Joachim Kuhs

 

Herr Meier aus Serbien

Nicht schlecht gestaunt hat jüngst ein Busfahrer aus München mit dem Namen Slobodan Milosevic, als ihm plötzlich die Postbank der bayerischen Landeshauptstadt alle seine Konten sperrte. „Aufgrund zwingender rechtlicher Vorschriften“ sei man zu diesem Schritt gezwungen. Schließlich würde der jugoslawische Ex-Diktator vor dem internationalen Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Innerhalb einer Woche müsse der 52jährige gebürtige Serbe nun nachweisen, daß er nicht die angegebene Person sei, gab sich das Kreditinstitut kulant. Dabei hätten die Postbank-Sachbearbeiter leicht feststellen können, daß ihr Milosevic zehn Jahre jünger ist als der im Uno-Gefängnis von Scheveningen einsitzende Ex-Präsident. Außerdem besitzt der seit über dreißig Jahren an der Isar lebende Milosevic seit längerer Zeit den deutschen Paß. Der vermeintliche Diktator gab sich verständnisvoll: In Jugoslawien sei sein Name so häufig wie hier Meier.

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