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Moral und Recht

In der Hansestadt Bremen tobt ein unschöner Streit zwischen der Kunsthalle und einem Nachlaßverwalter. Es geht um die Besitzverhältnisse zweier Bilder des Dadaisten George Grosz. Was bei Erbrechtsfällen oftmals üblich ist, hat durch gegenseitige Beschuldigungen jedoch an der Weser eine besondere Dimension angenommen: Man versucht zu punkten, indem der anderen Partei eine Verquickung mit dem Nationalsozialismus vorgehalten wird. So behauptet Nachlaßverwalter Ralph Jentsch, daß die Bilder unrechtmäßig „in den Wirren der Jahre ’33-’45 ‚verloren gingen“. Kunsthallendirektor Wulf Herzogenrath entgegnet, daß die Bilder legal auf einer Aktion 1938 in Holland erstanden wurden. Um sich nicht nur aus der juristischen Defensive zu befreien, sondern auch moralisch zu triumphieren, wirft er Jentsch vor, stilloserweise eine Münchner Kunstspedition zum Abtransport der Bilder aus Bremen beauftragt zu haben, welche schon 1937 „entartete Kunst“ aus deutschen Museen geschafft habe.

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