Frankfurt nad Odra

Die mitteldeutschen Städte plagt eine Altlast aus DDR-Zeiten, die in strukturschwachen Regionen durch Abwanderung vieler Einwohner noch größer wurde: leerstehende „Arbeiterschließfächer“ des Modells WBS 70. Ein mit Bundesmitteln finanziertes Programm soll das Problem durch Abriß beseitigen – so auch die Plattenbauten in Frankfurt (Oder). Da aber im prosperierende Slubice am polnischen Oderufer zunehmende Wohnungsnot herrscht, sollen fortan polnische Mieter in die deutsche „Platte“ umziehen dürfen. CDU-Bürgermeister Martin Patzelt prahlt sogar im Spiegel, daß er selbst „mit 80 Prozent Polen in Frankfurt“ leben könnte. Falls zukünftig auf soziale Ansprüche verzichtet würde, ließe sich auch das deutsche Aufenthaltsrecht erwirken, wird bereits in Jörg Schönbohms Innenministerium signalisiert. Die für die Polen zu teuren Mieten bräuchten dann nur aus dem „Abrißfonds“ subventioniert zu werden, um Patzelts weiß-rote Vision schnell zur Realität werden zu lassen.

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