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„Kampf gegen Rechts“
 

Fußballverband verleiht Preis „gegen Rechts“

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Logo der „Löwenfans gegen Rechts“ Foto: TSV 1860

FRANKFURT. Die „Löwenfans gegen Rechts“, eine Gruppierung von Anhängern des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München, werden mit dem Julius-Hirsch-Preis 2009 ausgezeichnet.

Mit dieser erstmals im Jahr 2005 verliehenen Auszeichnung ehrt der Deutsche Fußballbund (DFB) Preisträger „für ihr nachhaltiges Engagement gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Die Entscheidung habe die Jury des Julius-Hirsch-Preises laut Presseberichten auf einer Sitzung im Jüdischen Zentrum in München getroffen.

Der Fußballverein zeigte sich „unglaublich stolz“, mit den „Löwenfans gegen Rechts“ solch „couragierte Fans und Anhänger“ in seinen Reihen zu haben, so 1860-Präsident Rainer Beeck. Die Mitglieder des Fanclubs hätten sich seit 15 Jahren mit „großem persönlichem Einsatz und Leidenschaft gegen Diskriminierung und Ausgrenzung in jeder Form“ und besonders „ gegen rechtsradikale Tendenzen im Umfeld des Fußballs“ eingesetzt.

Der Preis ist vom DFB in Erinnerung an den 1943 in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch in „Konsequenz aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle des Verbandes in der NS-Zeit“ gestiftet worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Fußballverbands.

10.000 Euro Preisgeld

Ausgezeichnet werde damit „der Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“. Der Jury gehören unter anderem der Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der DFB-Präsident Theo Zwanziger, Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sowie Vertreter der Kirchen und der Familie Hirsch an.

Die Preisverleihung soll am 9. September im Vorfeld des Länderspiels gegen Aserbaidschan in Hannover stattfinden. Das Preisgeld beläuft sich auf 10.000 Euro.

Die Initiative „Löwenfans gegen Rechts” ist eigenen Angaben zufolge „als Reaktion gegen das Phänomen zunehmender rechtsradikaler Äußerungen in den Stadien“ entstanden: „Neben der Beteiligung an landes- und bundesweiten Fanaktionen gegen Rechts wurden schon früh zivilgesellschaftliche Vernetzungen im Umfeld gesucht und gemeinsame Maßnahmen mit gewerkschaftlichen Gruppen, Schwulen- und Lesben-Organisationen, aber auch dem Jüdischen Museum und der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau durchgeführt“, heißt es in einer Vorstellung der Gruppe, die sich für eine „friedliche, faire und freundschaftliche Fan-Kultur ohne Ausgrenzung und Gewalt“ einsetzt.

Seine Namenswahl begründet der Fanclub auf seiner Internetseite damit, daß sich „die wenigsten der Zielgruppe selbst als `Nazis´, sondern eben als `Rechts´“ bezeichneten: „Und die sollen wissen, daß sie gemeint sind.“ (vo)

> Rote Karte für die Politik

> Interview mit DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder

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