Das twittere ich eben noch

Warte, das twittere ich eben noch“, sagt er und dreht sich halb von mir weg, um sein Macbook – das er als Statussymbol vor sich und zwischen uns aufgebaut hatte – zu bearbeiten. Eigentlich waren wir in dem Café verabredet, um Substantielles zu bereden – und nun das. Genervt bestelle ich mir noch einen Espresso, um die unhöflich eingeleitete Pause zu überbrücken. Ja, es gibt sie – und hat sie immer gegeben –, jene Zeitgenossen, die mit den jeweiligen neuen technischen Möglichkeiten einen so euphorisch-extensiven Umgang pflegen, daß man sich denkt: „Soll ich da mitmachen?“

Dabei wissen viele nicht einmal, was es mit den Online-Netzwerken auf sich hat. Wenn sich die Dauersurfer und Internet-Affinen unterhalten, fliegen denen aus dem Tal der Ahnungslosen ohne Wlan, DSL-Flatrate und Laptop die Begriffe nur so um die Ohren.

Da könnten auch zwei Atomphysiker fachsimpeln, die vielen neuen Begriffe schrecken ab. Aber eigentlich ist es gar nicht so schwer zu erklären. Twitter gilt derzeit als eines der „heißesten“ Internet-Start-ups und wächst rapide – von knapp zehn Millionen Nutzern Anfang des Jahres auf derzeit rund 25 Millionen.

Und obwohl damit bisher kein Geld verdient wird, ließ Twitter vor einiger Zeit das Online-Netzwerk Facebook abblitzen, das 500 Millionen Dollar geboten haben soll. Nun will Macbook- und iPhone-Hersteller Apple angeblich 700 Millionen bieten.

Twitter ist eine Mischung aus SMS und Blog, also ein Internet-Tagebuch, in das man bis zu 140 Zeichen pro Nachricht eingeben kann. Lesen können die Einträge dann die sogenannten Follower (Anänger). Das können Freunde, Familie, Kollegen, aber auch bekannte Blogger oder Medien wie Spiegel, FAZ und JUNGE FREIHEIT sein.

Denn auch die JF ist nun dabei, sich stärker in den Online-Netzwerken zu engagieren. Auf Facebook und MeinVZ haben sich Fan-Gruppen der JF gebildet. Sie brauchen sich dort nur einzuloggen und sind mittendrin.

Dort treffen Sie Autoren, Leser und Kritiker von rechts bis links. Aber nicht nur die JF-Gruppen sind ein Grund, um dort mitzumachen; zu jedem Hobby oder Interessengebiet lassen sich Gleichgesinnte finden. Ob Sie sich nun für eine bestimmte Partei, Sportart, Fachgebiet oder einfach nur für Menschen aus Ihrer Region interessieren: Sie werden fündig.

Auf Facebook sind bereits über 200 Millionen Nutzerprofile angemeldet. Die deutschsprachige Plattform MeinVZ hat über 13 Millionen angemeldete Mitglieder. Ob Sie sich mit vollem Namen oder unter Pseudonym anmelden, bleibt jedem selbst überlassen – ebenso natürlich das Nutzungsverhalten. Und auf das kommt es an.

Denn egal, ob Fernsehen, Mobiltelefon oder virtuelle soziale Netzwerke: Hier geht es nicht um Ja oder Nein, um Mitmachen oder nicht, sondern um die Art und Weise der Nutzung.

Genauso wie man sich im Fernsehen zehn Stunden am Stück – wenn man die Zeit hätte – „Big Bro­ther“, „AstroTV“ oder andere Programme ansehen kann, kann man sich statt dessen mit ausgewählten Sendungen bei Arte, 3sat oder N24 weiterbilden oder unterhalten lassen.

Und auch beim Umgang mit dem Mobiltelefon gibt es solche, die ihre redundanten Mitteilungen aufgeregt und lauthals auch denen mitteilen, die nicht am anderen Ende der „Leitung“ sind, und solche, die es nur in ausgewählten und tatsächlich dringlichen Situationen nutzen. Manche nutzen nur den SMS-Service, andere gar nicht.

Genauso verhält es sich auch mit Facebook, Twitter oder MeinVZ. Ob man nur ab und zu in den Gruppen mitliest, sich aktiv beteiligt oder eher den Kontakt zu einzelnen Mitgliedern sucht, muß jeder für sich entscheiden. Die Chance, interessante Leute zu treffen, ist hoch, die Möglichkeiten zur Vernetzung ebenso.

Zwar ist das Netz deutlich freier von politischer Korrektheit, gerade weil viele Server oder Anbieter aus Ländern operieren, die eine weniger eingeengte Form der Meinungsfreiheit schätzen. Aber auch hier versuchen sich die Meinungs-Gouvernanten und Sprachpolizisten im Kampf gegen Rechts (oder was sie dafür halten). So wurde die 400 Mitglieder starke JF-Gruppe bei MeinVZ bereits dreimal gelöscht.

Aber die besondere Leser-Blatt-Bindung hält auch im Netz. Nur jeweils einen Tag später hatten sich die JF-Freunde wieder zusammengefunden.

Foto: Einer zwitschert, und die anderen folgen: Die Chance, interessante Leute zu treffen, ist hoch

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