Kein „Spezial“

Es ist ein Dienstagabend wie jeder andere. In der ARD stellt die fesche Landärztin eine verhängnisvolle Diagnose. Im ZDF tobt König Fußball. Bei RTL betreibt Dr. House sein böses Spiel. Und während sich Mr. Monk noch um die schwarze Witwe bemüht, fährt man mit Sat1 „Leichenblaß nach Leipzig“. Den Feuersturm des Bombenkrieges setzt dagegen 3sat in Szene und offenbart so das Gefühl für Geschichtliches. Ja, es ist der 17. Juni. Da war doch was: Volksaufstand in der DDR. Tag der Deutschen Einheit – höchst brisant und längst vergessen. Ein Blick ins TV-Programm genügt: Nichts. Keine Doku, kein „Spezial“. Doch halt. Es gibt ja noch die Dritten: MDR und RBB. Auch hier Fehlanzeige. Der MDR setzt auf Liebe, Lust & Leidenschaft und Dagobert, den Kaufhauserpresser. Und der RBB begibt sich auf den 24. Längengrad: „Vom Norden Estlands bis in den Osten Polens“. Doch noch ist Polen nicht verloren, und richtig: Am 14. Juni um Mitternacht zeigt der MDR das Drama „Tage des Sturms“ (D 2003) über den 17. Juni 1953. Dem nicht genug. Einen Tag später erzählt Heinz Hildebrandt seine Geschichte vom Juni-Aufstand (Phoenix, 11.45 Uhr). Und Phoenix zeigt dann auch am 17. Juni (19.15 Uhr) die Dokumentation „Die kommen doch nicht mit Panzern …“ – eine Produktion aus dem Jahr 2003.

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