Joachim Kuhs

 

Banaler Alltag

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wollte es in einer Werbekampagne als Kulturrevolution verkaufen. Doch das Medienecho fiel verhalten aus: ist es doch banaler Alltag, wenn eine Zeitung ihr Erscheinungsbild modernisiert. Man muß schon den Ruf eines Wolfes haben, der seinen Schafspelz ausbürstet, um damit Aufmerksamkeit zu erregen. So raunte es auf verschiedenen Foren wissend vom „Extremismus der Mitte“, als die JUNGE FREIHEIT neben einer behutsamen Blatterneuerung auch ihren Internet-Auftritt ausweitete. Konservativ ist eben anders. Nun hat auch die National-Zeitung, das Hausblatt von Gerhard Frey und seiner DVU, ihr Äußeres aufpoliert. Wo sich zuvor Redakteure in Fettschrift und riesigen Lettern auslebten, dominiert nun beinahe eine neue Sachlichkeit. Inwendig werden Freys Laudatio auf den „wohl ersten farbigen Präsidenten der Vereinigten Staaten“ und andere nach links blickende Artikel möglicherweise zu Abgrenzungsproblemen bei niveaugleichen Boulevardblättern führen. Nur Marketing oder doch Strategie? Irgend­ein unterbeschäftigter Soziologe wird diese Lücke im „Kampf gegen Rechts“ bald zu schließen wissen.

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