Piefke

Ob der Kanzler Verteidigungsminister Struck bereits angewiesen hat, die Bundeswehr in den Alpen zusammenzuziehen? Wird Österreich uns Überflugrechte gewähren? Wir raten dem Kanzler und der gesamten Toskanafraktion des deutschen Establishments, den sinnlosen medialen Konflikt mit Italien einzustellen. Gibt es nach gefärbten Schröder-Haaren nichts wichtigeres als einen bello impossibile mit unseren mediterranen Nachbarn? Schröder muß unbedingt in Italien Urlaub machen! Überlegen wir uns die Konsequenzen eines dauerhaften Zerwürfnisses: Reihenweise müßten wir auf kulinarische Spezialitäten wie Tiefkühlpizza verzichten. Es gäbe keine Filme mehr mit Adriano Celentano. Und Michael Schumacher wäre ein unbekannter Autoschrauber aus Kerpen. Der Streit mit den Italienern ist so sinnlos wie die Riesterrente und das Einwanderungsgesetz zusammen. Vor Jahren hat die Boulevardpresse einmal versucht, Deutsche und Österreicher auseinanderzudividieren, indem sie die Piefke-Kampagne startete. Dabei sitzen wir Europäer alle in einem Boot. Am Anfang stand ein SPD-Abgeordneter, der sich in die inneren Angelegenheiten Italiens einzumischen berechtigt sah. Berlusconis Vorschlag, er solle sich als KZ-Wächter in einem Film bewerben, trat eine Lawine los. Aber es verletzte den Gutmenschen nur, weil er bereit ist, sich diesen Schuh anzuziehen. Er hätte sich besser auf das niedrige Niveau seines Kontrahenten begeben und geantwortet: „Ihr habt uns 1915 nicht zum letzten Mal verraten, welches Recht haben ihr, Euch moralisch über uns zu erheben?“

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