Datenflut

Der Amerikaner John Naisbitt stellte einmal treffend fest: „Wir ertrinken in Daten, und dürsten nach Informationen“. Vielleicht wird nicht unbedingt jeder unter den Lesern täglich so viel E-Post erhalten wie ich (rund 40 bis 100 pro Tag), dennoch werden unsere Sinne von allen Seiten mit Informationen oder zumindest informationsartigen Reizen überflutet. Wissenschaftler der University of California in Berkeley stellten in diesem Zusammenhang fest, daß die Menschheit alljährlich etwa 2 EB (Exabyte) an „gespeicherten“ Informationen produziert. Dabei wurden solche auf Papier, Film, magnetischen und optischen Datenträgern und im Internet publizierte Daten berücksichtigt. Dies entspricht etwa 1,5 Milliarden Disketten oder 40 Millionen handelsüblicher Festplatten und einem Pro-Kopf-Datenvolumen von rund 500 MB (etwa eine CD), von denen jedoch nur 0,003 Prozent gedruckt sind. Bedenkt man nun, daß schätzungsweise die Hälfte der Erdbevölkerung noch nie ein Telefon benutzt hat, ist das enorm. Selbst diejenigen, die keinen Computer haben und auch bei der Arbeit selbst keinen benutzen, werden schon beim morgendlichen Brötchenkauf, beim Lösen des Fahrscheins und in jedem Falle beim Stromkonsum zum mikroskopisch kleinen Rädchen in der Datenverarbeitung. Was nach Teufelswerk oder Überwachung klingt, wurde jedoch von der Menschheit seit der ersten Höhlenmalerei oder vorzeitlichen „Kriegsbemalung“ zunehmend und exponentiell wachsend perfektioniert, so daß man heute getrost von einer „Datenverarbeitenden Industrie“ sprechen kann. Und diese Kolumne ist ein weiterer Beitrag zu alledem, sinniert Euer EROL STERN

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