Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

2 GO

Als der japanische Unterhaltungsriese Sony vor einem knappen Vierteljahrhundert den "Walkman" präsentierte, zweifelten die Marketingexperten zunächst an dem Konzept der "tragbaren" Kassettenspieler. Nur wenig später entbrannten auch unter den Soziologen heftige Kontroversen über die (akustische) Abschottung von der Umwelt, die man mit einem solchen Gerät erziele. Dennoch gilt der Walkman als eine Ikone für mobile Unterhaltung. Wenn man sich nun heute umschaut, ist nicht nur die Miniaturisierung der Unterhaltungselektronik stark fortgeschritten. Dieser Trend setzt sich auch zunehmend in unserer Alltagskultur fort. Bestes Beispiel dieser Tage sind wohl Handy, Notebook und PDA. Allabendlich schwärmt uns zudem die Werbung von Wireless LAN, also den drahtlosen Netzwerken als Befreier von starren Arbeitsplätzen, Internetverbindungen, Kabeln und Normen vor. "Arbeiten Sie doch, wo Sie wollen!" tönen die Slogans der Industrie. Doch auch der ordinäre Kaffeebecher zum Mitnehmen wird uns allerorten als "Coffee To Go" präsentiert – als habe man das Rad neu erfunden. Sicherlich ein Kollateraltreffer der Softwareschmieden, denn ein Großteil der Programme für Taschencomputer enthält auch ein "2 Go" im Titel. Prophezeiten uns Gesellschaftsforscher noch vor wenigen Jahren ein "Cocooning", einen Trend zur Häuslichkeit gepaart mit Annehmlichkeiten wie Heimkino, Homeshopping und dergleichen, so spricht man heute eher von "Technomaden", die mit allerlei technischen Finessen um den Globus reisen. Fragt sich bloß, wann wir die ersten Chips eingepflanzt bekommen, propagiert Euer EROL STERN

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