STUTTGART. Nach breiter Kritik an der Ausgestaltung der katholischen Christmette an Heiligabend im ARD-Fernsehen hat das Bistum Rottenburg-Stuttgart angekündigt, bei den künftigen Gottesdienstübertragungen Entscheidungsprozesse verbindlich zu schärfen. „Die Reaktionen auf die Übertragung haben gezeigt, daß religiöse Gefühle verletzt wurden. Dies bedauern die Verantwortlichen für die Konzeption und Übertragung der Christmette sehr“, teilte die Diözese im Namen der Katholischen Rundfunkarbeit der Kirche beim SWR am Montag mit.
Zwar sei zu keinem Zeitpunkt eine Provokation oder eine Herabwürdigung zentraler Glaubensinhalte beabsichtigt gewesen. Gleichwohl sei deutlich geworden, daß die Darstellung bei vielen „Irritation, Unverständnis und Ärger“ ausgelöst hätten. Die Liturgie sei mit Blick auf das Fernsehformat freier gestaltet worden, als dies zulässig sei. „Diese Abweichungen waren so nicht korrekt und werden aufgearbeitet.“
Ex-CDU-Politiker kritisierte die ARD-Übertragung
An Heiligabend hatte die ARD die Heilige Messe aus Stuttgart ausgestrahlt, in der das Christkind an einen Erwachsenen erinnerte, gehüllt in schleimähnliches Reispapier auf Stroh. Pfarrer Thomas Steiger erklärte, diese „Krippe“ zeige „einen echten Menschen“, der dort „elend, nackt und bloß“ liege. Nach Angaben des SWR erhielt die Sendeanstalt bisher 1.400 Beschwerde-E-Mails in diesem Zusammenhang. Die Bild-Zeitung taufte die Figur kurz nach der Übertragung als „Schleim-Jesus“.
Kritik an der Installation kam unter anderem vom ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Maximilian Mörseburg. „Vertreter beider großen Kirchen führen unsere Religion immer öfter ins Absurde und nehmen ihr die Würde“, beklagte er. (kuk)






