WASHINGTON D.C. US-Vizepräsident JD Vance hat einen Artikel des Mediums Politico am Freitag als „ausländische Operation der Einflußnahme“ bezeichnet. Politico gehört zum deutschen Medienkonzern Axel Springer. Vance selbst nahm nicht explizit auf Deutschland Bezug. James Blair, Vizestabschef des Weißen Hauses, sprach indes laut Welt ausdrücklich von „Einflußnahme durch ein Online-Medium unter deutscher Kontrolle“.
Der betreffende Artikel der amerikanischen Journalistin Felicia Schwartz war am Freitag erschienen. Er dreht sich um den US-Sondergesandten Steve Witkoff und dessen Verhandlungen mit Rußlands Präsident Wladimir Putin zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Dabei zeichnet der Text das Bild eines unfähigen Verhandlers, der mit seinem Job überfordert ist. Witkoff ist von Haus aus Immobilieninvestor.
Quellen für den Text sollen 13 Personen sein, darunter US-Amerikaner ebenso wie ausländische Offizielle. „Einige dieser Personen argumentieren, dass der Krieg viel komplexer ist, als Trumps Vertrauter zu begreifen scheint, und machen ihn für die amerikanischen Bemühungen verantwortlich, die bisher noch keine nennenswerten Zugeständnisse aus Moskau erzielt haben“, schreibt die Autorin unter anderem. Ein konkreter Vorwurf lautet, Witkoff schaffe es nicht, Putins „rote Linien“ korrekt an Trump zu übermitteln.
Vance bezeichnet Artikel als „Müll“
Bei X griff Vance Schwartz deswegen scharf an. „Ich frage mich, ob sie sich jemals gefragt hat, warum diese anonymen Quellen gerade in diesem Moment mit dieser bestimmten Geschichte zu ihr gekommen sind“, klagte der Trump-Vize. „Sie haben die Absicht, die Friedensbemühungen des Präsidenten zu torpedieren, und sie sahen in ihr ein nützliches Mittel, um Müll in die Diskussion einzuschleusen, ohne Rücksicht auf die Wahrheit.“ Er sprach auch von Vertretern des „tiefen Staates“, die „verärgert sind, daß Witkoff erreicht hat, woran sie gescheitert sind“.
This story from Politico is journalistic malpractice. But it’s more than that: it’s a foreign influence operation meant to hurt the administration and one of our most effective members.
Notice how all of the people attacking Steve are on background? That means it’s two or three… https://t.co/LsPmTpZfqy
— JD Vance (@JDVance) August 29, 2025
Am 15. August hatten sich US-Präsident Donald Trump und Rußlands Präsident Putin in Alaska getroffen, um über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs zu sprechen. Dem waren mehrere Reisen von Witkoff nach Rußland vorausgegangen. Zu einem angedachten Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist es bislang nicht gekommen. Bundeskanzler Friedrich Merz machte jüngst klar, daß er nicht davon ausgeht, daß dieses Treffen stattfinden wird. (ser)