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„Die Insel der Zitronenblüten“: Auf Mallorca lauern Stolperfallen und Geheimnisse

„Die Insel der Zitronenblüten“: Auf Mallorca lauern Stolperfallen und Geheimnisse

„Die Insel der Zitronenblüten“: Auf Mallorca lauern Stolperfallen und Geheimnisse

Zwei Frauen stehen in einer Bäckerei auf Mallorca.
Zwei Frauen stehen in einer Bäckerei auf Mallorca.
In der Bäckerei auf Mallorca erfährt die Protagonistin Familiengeheimnisse Foto: YouTube Screenshot
„Die Insel der Zitronenblüten“
 

Auf Mallorca lauern Stolperfallen und Geheimnisse

„Die Insel der Zitronenblüten“ mischt das Ferieninsel-Flair von Mallorca mit Feminismus. Dabei geht es unter anderem um die Frage der Mutterschaft, starke Frauenrollen und eine Erbschaft. Wie hoch ist der Kitschfaktor?
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„Bitte, kümmern Sie sich um mein Baby!“ Es ist ein dramatischer Appell, der am Anfang von „Die Insel der Zitronenblüten“ steht. Mag der Titel des Films sich auch noch so idyllisch anhören, so dramatisch wie zu Beginn wird es auch über weite Strecken des Films bleiben. Der von der bekannten luxemburgischen Moderatorin und Schauspielerin Désirée Nosbusch mitproduzierte Film ist kein Leichtgewicht, sondern die Verfilmung des Romans „Pan de limón con semillas de amapola“ (2016) von Cristina Campos, der sich weltweit mehr als 300.000 Mal verkaufte.

Der Erfolg hat selbstverständlich auch mit dem beliebten Schauplatz der Handlung zu tun. Die Insel der Zitronenblüten ist nämlich der Deutschen liebstes Ferienparadies: Mallorca.

Die herzzerreißende Szene am Anfang spielt allerdings in Afrika. Marina (Elia Galera), die Frau, die es auf einmal mit einem Baby ohne Mutter zu tun hat, weil diese bei der Entbindung gestorben ist, arbeitet hier als Ärztin für eine Hilfsorganisation. Mit ihrem Freund Mathias (Tommy Schlesser), der viel jünger ist als sie, hat sie das Babythema bislang nicht sonderlich ausführlich erörtert. Jetzt aber denkt sie über eine Adoption nach.

Die Schwester ruft nach Mallorca

In dieser bereits hinlänglich kniffligen Lage komplizieren sich die Dinge zusätzlich durch einen überraschenden Anruf ihrer Schwester Anna (Eva Martín), die immer noch in Valldemossa auf Mallorca lebt, wo die Geschwister einst gemeinsam aufwuchsen. Anna eröffnet ihrer verblüfften Schwester, daß sie gemeinsam eine Bäckerei geerbt haben. Da Anna und ihr Mann nicht gut bei Kasse sind, soll Marina dem Verkauf des Ladens zustimmen, muß dazu aber natürlich erst mal persönlich in Valldemossa vorstellig werden.

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Vor Ort folgt sie einer spontanen Eingebung, die Bäckerei nicht zu veräußern, sondern erst mal dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, das zu der überraschenden Erbschaft geführt hat. Dazu sucht sie das Gespräch mit der Bäckerei-Angestellten Catalina (Claudia Faci). Die kennt nicht nur das Geheimnis des besonderen Geschmacks der Spezialität des Hauses, eines besonders aromatischen Zitronenbrotes (daher der spanische Originaltitel, der ins Deutsche übersetzt lautet: „Zitronenbrot mit Mohn“), Catalina könnte auch noch so einige Geheimnisse mehr enthüllen. Doch die alte Dame schweigt …

„In der Geschichte geht es um Überwindung, um die Heilung von Wunden, um das Übersichhinauswachsen, um reife, intelligente Frauen, die nicht die Erlaubnis oder Zustimmung eines Mannes brauchen, Entscheidungen zu treffen“, umreißt Regisseur Benito Zambrano seine Interpretation der Vorlage. Aber er will die Feminismus-Welle auch nicht zu sehr reiten: „Die Regie darf nicht auffallen, sondern muß mit Subtilität und Eleganz im Dienst der Geschichte und ihrer Figuren stehen.“

Die Konformismusfalle lauert am Filmende

Daß er sich nicht in den Dienst der Geschichte gestellt hätte, kann man Zambrano nicht vorwerfen. Das war auch schwer möglich, weil Autorin Cristina Campos das Drehbuch mit ihm zusammen schrieb. Geschickt lassen sie ihre Figuren vor der nicht überidyllisierten Ferienkulisse ihrer durch das Buch festgelegten Bestimmung entgegeneilen. Dabei darf eine Marihuana-Therapie schon mal vorwegnehmen, was Europas Linkskoalitionäre sich ja schon lange wünschen und wofür Deutschland durch Scholz, Habeck & Co. bald Vorreiter ist (Mehr Macht den Drogen).

Neben den Stolperfallen des ideologischen Konformismus schnappt – vor allem wenn am Ende das Rätsel des besonderen Geschmacks des Zitronenbrots gelüftet wird – auch die eine oder andere Kitsch-Stolperfalle zu. Alles in allem ist das aber schon ein netter Film – nicht nur zur Weihnachtszeit.

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Filmstart von „Insel der Zitronenblüten“ ist am 29. Dezember. 

In der Bäckerei auf Mallorca erfährt die Protagonistin Familiengeheimnisse Foto: YouTube Screenshot
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