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Also doch: ARD-Chef Buhrow wußte seit 2018 von RBB-Bonussystem

Also doch: ARD-Chef Buhrow wußte seit 2018 von RBB-Bonussystem

Also doch: ARD-Chef Buhrow wußte seit 2018 von RBB-Bonussystem

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow wusste entgegen seiner Aussagen bereits früh über das RBB-Bonussystem Bescheid.
WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow wusste entgegen seiner Aussagen bereits früh über das RBB-Bonussystem Bescheid.
WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow wusste entgegen seiner Aussagen bereits frühzeitig über das RBB-Bonussystem Bescheid. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
Also doch
 

ARD-Chef Buhrow wußte seit 2018 von RBB-Bonussystem

BERLIN. Bisher hat ARD-Chef Tom Buhrow (Jahresgehalt: 413.000 Euro) bestritten, etwas vom umstrittenen Bonussystem beim RBB gewußt zu haben. Doch jetzt kommt heraus: Ex-Intendantin Patricia Schlesinger informierte ihn bereits am 15. März 2018 darüber – zweieinhalb Wochen vor der Einführung.

Reporter des RBB berichten über das Schreiben Schlesingers und Verwaltungsratschefs Wolf-Dieter Wolf an die anderen ARD-Intendanten. Darin ging es um „ein neues Vergütungssystem für außertariflich Beschäftigte“, das zum 1. April 2018 eingeführt werden solle.

WDR gibt Erhalt des Briefes zu

Die Pressestelle des Westdeutschen Rundfunks, dessen Intendant Buhrow seit neun Jahren ist, räumte nun ein, daß der Brief „2018 an alle Intendantinnen und Intendanten sowie an die Gremien verschickt“ worden sei. Weil der Sender aktuell den Vorsitz innerhalb der ARD innehat, spricht er im Namen aller Landesrundfunkanstalten.

In der Kommunikation mit dem RBB sei aber nie von „Boni“ die Rede gewesen, so der WDR. Weder das Ausmaß der zusätzlichen Zahlungen sei erwähnt worden, „noch die Tatsache, daß diese Zahlungen nicht transparent gemacht wurden“.

In dem Schreiben werde jedoch, so heißt es in dem aktuellen RBB-Beitrag, der auch auf „tagesschau.de“ veröffentlicht wurde, „die grundsätzliche Ausgestaltung des Bonussystems dargestellt“. Demnach sollten die Intendantin und die Direktoren von einem „variablen Vergütungssystem“ profitieren. Dieses sei ein „Kernbestandteil“. Damit hätte das „Ausmaß“ durchaus bekannt sein können.

„Mehr als 10 Prozent hinzugewinnen“

Schlesinger schrieb damals auch, daß bereits leistungsabhängige Boni beim RBB existierten – allerdings nur für die Hauptabteilungsleiter. Dieses System werde „modernisiert“, teilte die Senderspitze mit. Es könne nun sowohl einen Malus als auch einen Bonus geben, hieß es laut RBB: „Bei Nichterreichen der Ziele verlieren die Geschäftsleitungsmitglieder mehr als acht Prozent ihres Basisgehalts, bei voller Zielerreichung können sie mehr als 10 Prozent hinzugewinnen.“

Die „Leistungsbereitschaft und Motivation seiner Führungskräfte“ wolle der Sender damit fördern, schreiben Schlesinger und Wolf. Außerdem bieten sie an: „Für detaillierte Auskünfte stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.“

Seit gestern hat der RBB mit der bisherigen WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau eine Nachfolgerin für die fristlos entlassene Schlesinger. Sie übernimmt den Posten zunächst interimsmäßig. (fh)

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow wusste entgegen seiner Aussagen bereits frühzeitig über das RBB-Bonussystem Bescheid. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg
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