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Die Satiresendung „Schleich“ im Bayerischen Rundfunk: Gesicht schwarz angemalt
Die Satiresendung „Schleich“ im Bayerischen Rundfunk: Gesicht schwarz angemalt Foto: Screenshot Bayerischer Rundfunk

„Blackfacing“
 

Bayerischer Rundfunk streicht Satirefigur: „Künstlerische Freiheit hat Grenzen“

MÜNCHEN. Der Bayerische Rundfunk (BR) hat seine Entscheidung verteidigt, die Kunstfigur „Maxwell Strauß“ künftig nicht mehr zu zeigen. „Kunst- und Meinungsfreiheit sind ohne Zweifel sehr hohe Güter, und dazu steht der Bayerische Rundfunk. Allerdings hat die künstlerische Freiheit Grenzen – nämlich dann, wenn Menschen diskriminiert oder herabgewürdigt werden“, sagte ein BR-Sprecher am Montag der JUNGEN FREIHEIT.

Beides habe die Intendantin der öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalt, Katja Wildermuth, am Freitag im Rundfunkrat dargelegt. Der BR habe sich zudem dazu entschieden, eine „Wertediskussion im Haus anzustoßen“. Ein BR-Sprecher hatte am Freitag nach dem Rundfunkrat der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Wir haben uns darauf verständigt, daß Maxwell Strauß nicht mehr auftreten wird.“

Schwarz geschminkter Kabarettist

Hintergrund war eine Ausgabe der Sendung „SchleichFernsehen“ von Anfang April. Darin spielte der Kabarettist Helmut Schleich den fiktiven dunkelhäutigen Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) und machte sich über die aktuelle Politik lustig.

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Dabei war Schleich schwarz geschminkt, was vor allem in sozialen Medien für Kritik und dem Vorwurf sorgte, Schleich habe „Blackfacing“ betrieben. Dies bedeutet, daß sich ein weißer Mensch schwarz schminkt, um dadurch eine Person mit dunkler Hautfarbe nachzuahmen. Weil damit in der Vergangenheit auch abwertende Stereotype verbunden waren, gilt dies heute für manche als rassistisch.

Der BR verteidigte den Ausschnitt zunächst jedoch. „In einem Satireformat muß dem Künstler aber auch ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden. Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus.“ Auch der Künstler betonte: „Gerade durch einen erfundenen Sohn Maxwell Strauß zeige ich den Import neokolonialer Strukturen aus dem globalen Norden nach Afrika auf.“

Auch WDR gerät in die Kritik

Einige Mitarbeiter hatten sich damit aber nicht zufriedengegeben. Der Vertreter der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte im Rundfunkrat, Hamado Dipama, kritisierte laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland das „Blackfacing“ als rassistische Praxis. Er habe kein Verständnis für die redaktionelle Entscheidung. „Kunstfreiheit hat Grenzen.“ Einzelne Rundfunkräte unterstützten ihn demnach mit Wortmeldungen in der digitalen Sitzung des Aufsichtsgremiums.

Auch andere Sender waren jüngst mit „Blackfacing“-Vorwürfen konfrontiert worden. Der WDR entschuldigte sich für die Ausstrahlung einer Karnevalssendung, in der zwei schwarz angemalt Männer zu sehen waren. Zudem zensierte er die Szene in der Mediathek. (ls)

Die Satiresendung „Schleich“ im Bayerischen Rundfunk: Gesicht schwarz angemalt Foto: Screenshot Bayerischer Rundfunk
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