„Nicht gegen unsere Regeln verstoßen“

Twitter verteidigt Nicht-Sperre von „Infowars“-Betreiber Jones

WASHINGTON. Im Gegensatz zu anderen großen Online-Plattformen hat Twitter „Infowars“-Betreiber Alex Jones nicht gesperrt. „Wir wissen, daß das für einige schwer zu verstehen ist, aber der Grund ist simpel: Er hat nicht gegen unsere Regeln verstoßen“, begründete Twitter-Chef Jack Dorsey die Entscheidung. Sein Unternehmen werde aber weiterhin ein „gesundes Gesprächsumfeld“ fördern.

Das größte soziale Netzwerk, Facebook, die zu Google gehörende Videoplattform YouTube, der Technikkonzern Apple sowie der schwedische Streamingdienst Spotify hatten die Kanäle, Sendungen und Podcasts von Jones und seiner Webseite „Infowars“ Anfang der Woche gesperrt oder gelöscht.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sprach Jones von „Zensur“. Es ginge nicht darum, daß „Infowars“ Haßsprache verbreite und gegen die Gemeinschaftsstandards verstoße, ergänzte der 44jährige am Mittwoch. „Es geht darum, wessen Reden und Ideen bevorzugt werden und wer dagegen ist.“

Dorsey räumte ein, Twitter habe in der Vergangenheit seine Entscheidungen nicht optimal erklärt. Das solle sich künftig ändern. Man werde Jones an denselben Maßstäben messen wie alle anderen Nutzer und keine Einmal-Entscheidungen treffen, „durch die wir uns kurzfristig gut fühlen, die aber neue Verschwörungstheorien entfachen“.

https://twitter.com/RealAlexJones/status/1027046209452683264

Accounts wie der von Jones könnten Probleme jedoch oft aufbauschen und Gerüchte verbreiten. Es sei deshalb wichtig, daß Journalisten solche Informationen direkt dokumentierten, verifizierten und widerlegten, damit sich die Menschen ihre eigene Meinung bilden könnten. „Das hilft der öffentlichen Diskussion am besten.“

Jones folgen auf Twitter rund 857.000 Nutzer. Das soziale Netzwerk stand in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik, nicht genug gegen „Fake News“ oder Verschwörungstheorien vorzugehen. (ls)

Twitter-Chef Jack Dorsey und „Infowars“-Betreiber Alex Jones Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress / Screenshot/YouTube

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