Vorwurf der Haßsprache

Facebook und YouTube sperren „Infowars“-Betreiber Alex Jones

WASHINGTON. Die Online-Plattformen Facebook und YouTube haben den Betreiber der US-amerikanischen Internetseite „Infowars“, Alex Jones, gesperrt. Am Montag entfernte Facebook vier Seiten Jones’, darunter seinen offiziellen Auftritt mit 1,6 Millionen Anhängern und den von „Infowars“. Auch der YouTube-Kanal mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten ist nicht mehr aufrufbar. Zudem sperrte das zu Google gehörende Unternehmen auch alle „Infowars“-Kanäle.

Facebook nannte die Verherrlichung von Gewalt als einen Grund für die Sperre. Außerdem verstoße Jones gegen die Hate-Speech-Richtlinien, wenn er entmenschlichend über Transgender, Moslems oder Einwanderer spreche. YouTube teilte mit: „Alle Nutzer stimmen zu, unsere Nutzungsbedingungen und Community-Richtlinien einzuhalten, wenn sie sich bei YouTube anmelden. Wenn Nutzer wiederholt gegen diese Richtlinien wie etwa jene gegen Hate-Speech verstoßen, schließen wir ihre Konten.“

Auch Apple entfernte fünf „Infowars“-Podcasts aus i-Tunes. „Apple duldet keine Haßrede, und wir haben klare Richtlinien, an die sich Urheber und Entwickler halten müssen, um sicherzustellen, daß wir eine sichere Umgebung für alle unsere Benutzer bieten“, sagte ein Apple-Sprecher dem Onlineportal Buzzfeed.

„Infowars“: Grund für Sperre ist Schlüsselrolle bei Trump-Wahl

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Streamingdienst Spotify Teile von Jones’ Podcasts gelöscht. Am Montag entfernte das schwedische Unternehmen dann das gesamte „Infowars“-Programm, teilte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa mit.

Der Chefredakteur von „Infowars“, Paul Joseph Watson, vermutete, der„wahre Grund“ für die Sperrungen sei die Rolle der Seite in der amerikanischen Politik. „‘Infowars’ wird allgemein zugeschrieben, eine Schlüsselrolle bei der Wahl Donald Trumps gespielt zu haben. Mit dem Verbot von ‘Infowars’ mischen sich die Big-Tech-Unternehmen nur drei Monate vor den entscheidenden Zwischenwahlen in den Wahlkampf ein.“ Auf Twitter, wo Jones bislang nicht gesperrt wurde, sprach er von „Zensur“.

In den vergangenen Monaten war verstärkt Kritik an Jones‘ Fernseh- und Radioshows laut geworden. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, Verschwörungstheorien zu verbreiten und den Haß auf Minderheiten zu befeuern. (ls)

Alex Jones: Beklagt „Zensur“ gegen sich und seine Programme Foto: YouTube/Screenshot

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