Akif Pirincci im ZDF-Interview: Zensurvorwürfe gegen den Sender Foto: Youtube
Interview im Mittagsmagazin

Akif Pirinçci: ZDF weist Zensurvorwürfe zurück

MAINZ. Das ZDF hat die Zensurvorwürfe des Buchautors Akif Pirinçci zurückgewiesen. „Die rechtliche Bewertung des Interviews hat gezeigt, daß die vollständige Einstellung des Gesprächs in die ZDF-Mediathek zu rechtlichen Risiken für das ZDF führen würde“, teilte das ZDF auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. „Grund dafür ist, daß die Rechtsprechung an Aussagen in Live-Interviews einen großzügigeren Maßstab anlegt als an zeitversetzt ausgestrahlte oder zum Abruf bereitgehaltene Sendungen.“ Die Kürzungen habe deswegen in „Wahrnehmung unserer redaktionellen Verantwortung“ stattgefunden und sei „selbstverständlich keine Zensur“.

Pirinçci hatte dem ZDF zuvor vorgeworfen, ein mit ihm geführtes Interview im Mittagsmagazin nachträglich verfälscht zu haben. „Das ist Zensur“, sagte Pirinçci der JUNGEN FREIHEIT. Der öffentlich rechtliche Sender hatte das Gespräch erst aus der Mediathek gelöscht und dann wieder gekürzt eingestellt. Seine Äußerung „Die Kindersexpartei – die Grünen – haben das Land kaputt gemacht“, fehlt jedoch.

„Wenn sie das Interview ganz rausgenommen hätten, wäre das in Ordnung. Es ist ihr Sender“, betonte Pirinçci. Die eigenmächtige Kürzung des Interviews sei aber inakzeptabel. Vom ZDF sei er darüber auch nicht informiert worden. Ansonsten sei er jedoch gut behandelt worden. „Alles war ganz friedlich.“

Kritik an der Wochenzeitung Die Zeit

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Bereits am Mittwoch hatte der Autor in einer auf Facebook veröffentlichten Stellungnahme das ZDF scharf angegriffen. „Ursprünglich sollte das Interview 15 Minuten dauern – daraus sind dann allerdings ganz fix acht Minuten geworden.“ Zudem habe die Moderatorin Susanne Conrad während des Gesprächs die Anweisung „Abwürgen! Abwürgen! Abwürgen!“ bekommen. Nach Angaben des ZDF liegt die normale Dauer eines Gesprächs bei fünf bis sieben Minuten. Eine andere Absprache mit dem Autor sei nicht getroffen worden.

Zugleich verteidigte sich Pirinçci gegen den Vorwurf der Wochenzeitung Die Zeit, sein Buch erinnere an Hitlers „Mein Kampf“. Dies sei „ein Wink an den Buchhandel“, „diffamierend“ und völlig unverständlich, betonte Pirinçci gegenüber der JF. Mit dem Verkauf zeigte er sich jedoch sehr zufrieden: „Das Buch ist jetzt schon der Verkaufsknaller des Jahres.“ (ho)

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Video: Der unzensierte Auftritt im Mittagsmagazin

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