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Waffen-SS-Vergangenheit
 

Französischer Fernsehsender setzt „Derrick“ ab

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France 3: Auch Frankreich tilgt Serie aus dem Programm Foto: France 3

PARIS. Die Waffen-SS-Vergangenheit des 2008 verstorbenen Schauspielers Horst Tappert schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem bereits das ZDF und ein niederländischer Sender die Serie „Derrick“ aus dem Programm gestrichen haben, zog nun der französische Fernsehsender France 3 nach.

Die geplante Ausstrahlung der Krimiserie werde „früher als geplant“ beendet, teilte der Sender mit. Derzeit sei man auf der Suche nach einem Ersatzprogramm. Tappert hatte den Oberinspektors Stephan Derrick zwischen 1974 und 1998 gespielt. Die Serie wurde bisher in mehr als 102 Ländern ausgestrahlt. Darunter auch Japan, Kenia und die Fidschi-Inseln.

Beleidigung für die Opfer des Krieges

Bereits am Donnerstag hatte das ZDF, das die Serie produziert hatte, angekündigt, es werde keine Wiederholungen geben. Als erstes hatte der niederländische Sender Max mitgeteilt, keine weiteren Folgen der Krimiserie auszustrahlen. „Wir werden keinen Schauspieler ehren, der so über seine Vergangenheit gelogen hat“, begründete der Sender sein Vorgehen. Das Zeigen von weiteren Folgen sei eine Beleidigung für die Opfer des Krieges.

Hintergrund der Debatte sind Recherchen des Soziologen Jörg Beckers für sein Buch „Elisabeth Noelle-Neumann – Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus“. Demnach hatte Tappert 1943 mit 19 Jahren in der SS-Panzergrenadier-Division „Totenkopf“ gedient. Konkret soll er bei einer Flak-Abteilung in Arolsen gedient haben. Ob er an Verbrechen beteiligt war, ist jedoch unklar. Vor seinem Tod hatte der Schauspieler angegeben, als Sanitäter ausgebildet worden zu sein. (ho)

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