LEIPZIG. Eine Stellungnahme des Leipziger Ordnungsdezernats zu linksextremer Gewalt gegen Christen hat für Empörung bei einer Freikirche in der Stadt gesorgt. Es geht um eine Serie von mittlerweile 24 Angriffen auf das Café Stay, das 2023 von der Freikirche „Zeal Church“ eröffnet worden war. So bohrten etwa in der Nacht von Heiligabend auf Weihnachten Täter ein Loch in eine Frontscheibe und injizierten durch dieses einen halben Liter Buttersäure in das Café (einen JF-Kommentar dazu finden Sie hier).
Die BSW-Fraktion im Leipziger Stadtrat wollte deswegen von der Stadt wissen, wie sie die Auswirkungen der linksextremen Angriffe auf die Religionsfreiheit in der Stadt bewerte. Die Antwort des Ordnungsdezernats: „Der Angriff greift – zumindest dem Bekennerschreiben gemäß – nicht die Religionsfreiheit an.“ Unter einer weiteren Frage wiederholte die Stadt, daß sich der Angriff „nicht unmittelbar gegen die Religionsausübung“ richte.
Zudem stellte sie noch einmal fest, „daß durch diese speziellen Anschläge auf das Café Stay die grundsätzliche Ausübung der Religionsfreiheit in Leipzig“ nicht gefährdet sei. Allerdings betonte das Dezernat, daß es den Angriff verurteilte und es „keinerlei Rechtfertigung“ dafür gebe.
„Eindeutig gegen unserer religiöse Identität“
Die Freikirche zeigt sich dennoch fassungslos. In einer vierseitigen, bereits am Freitag veröffentlichten Stellungnahme betont sie, daß es sich um anti-christliche Haßverbrechen handle. Zwar könnten etwa Gottesdienste weiter stattfinden. Durch die Angriffe werde aber „unsere christliche Theologie, unser konservatives Werteverständnis sowie unser Verständnis von Ehe und Familie“ angegriffen und delegitimiert.
Die „Zeal Church“ führt weiter aus, daß sich Mitglieder bedroht fühlten. Die Stadt verkenne „die abschreckende und einschüchternde Wirkung“ solcher Angriffe. „Eine Religionsfreiheit, die nur abstrakt besteht, aber faktisch unter permanenter Bedrohung steht, ist keine gelebte Religionsfreiheit.“
Freikirche traut keine Homosexuellen
Das Dezernat hatte seinerseits argumentiert, die Angreifer begründeten ihre Attacken „mit der Haltung des betreibenden Vereins zu Homosexualität“. Tatsächlich hatten Linksextremisten schon 2023 im Szeneportal Indymedia explizit angeprangert, das Café werde von „fundamentalistischen“ und „erzkonservativen“ Christen betrieben und stehe für „Queerfeindlichkeit und Misogynie“. Daher müsse es „in den Ruin“ getrieben werden.
Die Freikirche fordert nun, daß klar anerkannt werde, daß die Angriffe auf das Café „antichristlich motiviert sind“. Der Stadtrat müsse sich dazu „eindeutig“ positionieren. Es brauche „ein klares politisches Signal, daß auch konservative religiöse Überzeugungen unter dem Schutz der Religionsfreiheit stehen“.
Die „Zeal Church“ ist eine im Auftreten und der Liturgie moderne Freikirche, die allerdings teils konservative Ansichten vertritt. So hat sie zwar Frauen als Pastorinnen, traut aber keine homosexuellen Paare und setzt sich für das Lebensrecht Ungeborener ein. Sie ist Teil des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden. (ser)




