Nemi El-Hassan Muslimischer Poetry Slam
Nemi El-Hassan 2015 in Braunschweig beim moslemischen Poetry Slam Foto: picture alliance / dpa | Florian Kleinschmidt

Nach Antisemitismusvorwürfen
 

Nemi El-Hassan: WDR zieht Konsequenzen

KÖLN. Die wegen Islamismus- und Antisemitismusvorwürfen in die Kritik geratene Journalistin Nemi El-Hassan darf die WDR-Sendung „Quarks“ nicht moderieren. Das hat WDR-Intendant Tom Buhrow laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag im Rundfunkrat entschieden.

Ausschlaggebend für die Entscheidung sei nicht die Teilnahme El-Hassans am antisemitischen Al-Kuds-Marsch vor sieben Jahren gewesen, sondern problematische „Likes“ von ihr in sozialen Netzwerken. Damit dürfte Buhrow „Gefällt mir“-Angaben der 28jährigen gemeint haben, die die arabischstämmige Medizinerin in den vergangenen Monaten getätigt hatte.

Wie die Bild-Zeitung im September berichtet hatte, versah sie etwa Beiträge der linksradikalen Organisation „Jewish Voice for Peace“, die die Boykott-Bewegung BDS unterstützt, mit „Gefällt mir“. Außerdem gefiel El-Hassan ein Beitrag, in dem der Ausbruch palästinensischer Insassen aus einem Gefängnis als „unglaubliche Heldentat“ bezeichnet wurde. Unter den Häftlingen befanden sich dem Blatt zufolge auch Mitglieder islamistischer Organisationen.

El-Hassan könnte als Autorin arbeiten – Kritik von Rundfunkratsmitgliedern

Auch Einträge, in denen israelfeindliche Parolen wie „Antizionism is a duty“ („Antizionismus ist eine Pflicht“) oder „From the River to the See, Palestine will be free“ („Von dem Fluß bis zum Meer, Palästina wird frei sein“) geäußert wurden, gefielen ihr. Inzwischen soll sie die „Likes“ entfernt haben.

„Es ist eine schwierige, schwierige Abwägung“, sagte Buhrow demnach. Eine Moderation durch El-Hassan würde jedoch zu einer unangebrachten Politisierung der Sendung führen. Der WDR erwäge allerdings, El-Hassan als Autorin für die Wissenschaftssendung „Quarks“ arbeiten zu lassen.

Laut dpa kritisierten zahlreiche Rundfunkratsmitglieder, daß El-Hassan weiter für den Sender tätig sein solle. Die Journalistin könne weder vor noch hinter der Kamera einen Platz haben. „Wir dürfen doch nicht so tun, als ob es unterschiedlich wichtige Aufgabenbereiche im WDR gibt“, hieß es demnach. Man könne israelkritisch sein, aber Freude über Gewalt gegen das Land dürfe nicht toleriert werden. (ls)

Nemi El-Hassan 2015 in Braunschweig beim moslemischen Poetry Slam Foto: picture alliance / dpa | Florian Kleinschmidt
EIKE-Konferenz Wissenschaftlich gegen den Klimairrsinn!
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles