Heino
Der Sänger Heino plant eine Klassiktournee mit dem Titel: „Heino goes Klassik – Ein deutscher Liederabend“ Foto: picture alliance/dpa | David Young

„Deutscher Liederabend“
 

Düsseldorfer Konzerthalle stört sich an Heino-Tournee

DÜSSELDORF. Der Volksmusiker Heino hat mit Unverständnis auf die Kritik der Düsseldorfer „Tonhalle“ am Titel seiner geplanten Tournee reagiert. „Dieses ganze Gedöns um die neue korrekte Sprache und was man heutzutage noch sagen darf und was nicht, ist nur noch erschreckend und man kann doch bei so einem Quatsch nur noch den Kopf schütteln“, sagte Heino der Bild. „Wenn man so weitermacht, verliert Deutschland seine eigene Identität. Ich bin und bleibe ein deutscher Sänger, der deutsche Lieder singt und die deutsche Sprache liebt.“

Ab September will der Sänger unter dem Titel „Heino goes Klassik – Ein deutscher Liederabend“ auf Tournee gehen. Insgesamt sind 18 Konzerte geplant, am 8. Oktober in der Düsseldorfer „Tonhalle“. Doch dort stört man sich am Titel der Konzertreihe.

Tonhalle warnt vor „ungemütlicher Ecke“

Der Geschäftsführer und Intendant der Halle, Michael Becker, kündigte gegenüber dem Blatt an, den Abend unter diesem Titel nicht bewerben zu wollen, da er fachlich falsch und nicht politisch korrekt sei. „Mit dem Begriff ‘ein deutscher Liederabend’ rückt Heino sich in eine ungemütliche Ecke. Der korrekte Terminus für die von ihm gewählten Werke ist ‘deutsches Lied’. ‘Ein deutscher Liederabend’ hingegen bezeichnet ein imaginäres Konzertformat“, kritisierte Becker.

„Wir müssen damit rechnen, daß es so verstanden wird, daß es sich hier etwa um einen Liederabend für Deutsche handelt. Der Begriff ‘ein deutscher Liederabend’ tümelt und er ist fachlich nicht korrekt. Zumal in der klassischen Szene, der Heino sich ja andient. Hier wäre der Titel ‘Heino – ein Liederabend’ oder ‘Heino singt deutsches Lied’ korrekt und unproblematisch.“

Heino: „Ich bin fassungslos“

Gleichzeitig verwies Becker auf bestimmte Auflagen der Stadt. Die „Tonhalle“ ist eine städtische Einrichtung. Für diese gebe es die Richtlinie, daß sie nicht „für Veranstaltungen mit rassistischen, antisemitischen, salafistischen, antidemokratischen, sexistischen, gewaltverherrlichenden, oder anderen menschenfeindlichen Inhalten“ überlassen werden dürften.

Heino, der bei seinen Konzerten unter anderem Lieder von Ludwig van Beethoven und Franz Schuber vortragen will, reagierte gegenüber der Zeitung empört darüber, in einen solchen Zusammenhang gebracht zu werden. „Ich bin fassungslos, daß man mich mit so etwas auch nur annähernd in Verbindung bringt. Bin ich ein Hetzer, weil ich deutsche Lieder von Brahms und Schubert singe?“ Es entbehre jeglicher Logik und widerspreche jedem klaren Verstand, wenn das Wort „deutsch“ nun auch schon als rechtspopulistisch gelten solle. (krk)

Der Sänger Heino plant eine Klassiktournee mit dem Titel: „Heino goes Klassik – Ein deutscher Liederabend“ Foto: picture alliance/dpa | David Young
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