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Pfarrer Ulrich Hinzen am Sonntag vor einer Regenbogenfahne bei einem Open-Air-Gottesdienst in Köln
Pfarrer Ulrich Hinzen am Sonntag vor einer Regenbogenfahne bei einem Open-Air-Gottesdienst in Köln Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser

Regenbogenfahnen an Kirchen
 

Katholische Priester segnen homosexuelle Paare

BONN. Rund um den 10. Mai haben homosexuelle Paare die Möglichkeit, sich in rund 100 katholischen Gottesdiensten deutschlandweit segnen zu lassen. Diese „Segensgottesdienste für Liebende“ finden unter dem Motto #liebegewinnt statt. Zu den Initiatoren der Aktion gehören laut WDR am Montag Priester, Diakone und Ehrenamtliche. Auch Theologen und die katholische Reformbewegung „Maria 2.0“ sollen die Aktion unterstützt haben.

„Eine Kirche, die glaubt, sie könne den göttlichen Segen in eine bestimmte Richtung kanalisieren, handelt gegen das Liebesgebot“, sagte der Priester Ulrich Hinz von der Kirche Christi Auferstehung in Köln, die am Sonntag abend den Auftakt für diese Gottesdienste machte, berichtete der WDR. Jeder habe das Recht, den Segen Gottes zu empfangen.

Glaubenskongregation gegen Segnung

Hintergrund dieser Aktion war das Nein der vatikanischen Kongregation der Glaubenslehre zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren vom März. In ihrer Absage habe sich die Glaubenskongregation konkret auf Projekte und Vorschläge von Segnungen für homosexuelle Paare bezogen, wie sie in Deutschland etwa im Bistum Limburg sowie im Forum des „Synodalen Weges“ erarbeitet worden seien. Die Kongregation bekräftigte, daß „die katholische Kirche nicht die Vollmacht besitze, homosexuelle Paare zu segnen und derlei Segnungen in „keiner Weise zulässig“ seien. Dies solle jedoch „kein negatives Urteil über die betreffenden Personen“ bedeuten.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, erklärte im April, er halte diese Aktionen „nicht für ein hilfreiches Zeichen und einen weiterführenden Weg“. Seiner Ansicht nach seien sie nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet.

Die Erfurter Dogmatikerin Julia Knop hingegen möchte die Segensgottesdienste für homosexuelle Paare eher als „Therapeutikum“ denn als „Politikum“ verstanden wissen, schrieb sie am Montag auf dem Online-Portal katholisch.de. Der Gottesdienst gelte „in erster Linie denjenigen, die bisher aufgrund ihrer sexuellen Orientierung von ihrer Kirche bestenfalls Mitleid erwarten durften“.

Kinder- und Jugendbuchpreis wegen Transgender-Inhalt verweigert

Zu weiteren Kontroversen in der katholischen Kirche in Deutschland hatte in diesen Tagen auch die Entscheidung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) geführt, der Autorin Elisabeth Steinkellner den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis für ihren Jugendroman „Papierklavier“ zu verweigern. Grund hierfür ist laut dem Kölner Stadt-Anzeiger am Montag die positive Behandlung des Themas Transgender in dem Buch. Der Ständige Rat sei der Auffassung gewesen, daß das nominierte Buch „nicht den Kriterien der Statuten des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises entspreche“.

Mit dem Preis zeichnet die DBK deutschsprachige Bücher aus, „die beispielhaft und altersgemäß religiöse Erfahrungen vermitteln, Glaubenswissen erschließen und christliche Lebenshaltungen verdeutlichen“. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Preisträger erhält seit 1997 die in Bronze gegossene Statuette „Die Lesende“. (hl)

Pfarrer Ulrich Hinzen am Sonntag vor einer Regenbogenfahne bei einem Open-Air-Gottesdienst in Köln Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser
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