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Englische Fans während des Freundschaftsspiels gegen Rumänien Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Darren Staples
Englische Fans während des Freundschaftsspiels gegen Rumänien Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Darren Staples

Politisierung des Sports
 

Anti-Rassismus: Englands Nationalelf will trotz Fan-Protesten weiter niederknien

MIDDLESBROUGH. Englands Fußballnationaltrainer Gareth Southgate hat angekündigt, seine Mannschaft werde trotz Fan-Protesten weiter als Zeichen gegen Rassismus vor Spielen niederknien. Er und seine Spieler seien „entschlossener denn je“, an der Geste festzuhalten, sagte er am Sonntag abend dem TV-Sender Sky Sports. „Ich habe deutlich gemacht, wie die Spieler dazu stehen. Wir sind eine geschlossene Gruppe. Wir werden das auch weiterhin tun.“

Als die Spieler zum Anpfiff des Freundschaftsspiels gegen Rumänien niederknieten, quittierten das Teile der Fans im Riverside Stadtion im englischen Middlesbrough mit Pfiffen und Buhrufen. Schon am vergangenen Mittwoch war es während eines weiteren Testspiels gegen Österreich zu Unmutsbekundungen der eigenen Anhänger gekommen.

 Englands Spieler Jordan Henderson (FC Liverpool) verteidigte das Vorgehen der Mannschaft. „Die Jungs haben es satt, über Solidarität zu reden: Die Jungs sind es leid, darüber zu reden. Wir wissen, was richtig ist und stehen zusammen gegen Rassismus.“ Mittelfeldspieler Kalvin Philips von Leeds United zeigte sich „verwirrt und enttäuscht“, daß einige Fans sie ausbuhten.

Politiker nimmt England-Fans in Schutz

Seit der Saison 2019/2020 knien sich die Spieler der englischen Premier League vor den Spielen einen Moment hin, um gegen Rassismus zu protestieren. Die Geste stammt ursprünglich aus den USA, wo der American Football-Spieler Colin Kaepernick damit begann, um gegen angeblichen Rassismus im US-Sport zu protestieren. Durch die „Black Lives Matter“-Bewegung und die Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd verbreitete sich das Niederknien von den Vereinigten Staaten aus auch in europäischen Sportligen.

Der ehemalige Abgeordnete im EU-Parlament, Martin Daubney (Brexit Party/Reform UK), nahm die Fans in Schutz. Sie hätten die Nase voll von der Politisierung des Fußballs, sagte er im Interview mit talkRADIO. Denn bei der Geste des Niederknies gehe es aus auch um linke Forderungen wie die Abschaffung des Kapitalismus und die Zerstörung der Kernfamilie. „Das hat keinen Platz im Fußball.“

Fans protestieren während Liga-Spiel

Daubney zeigte sich überzeugt, daß solche ablehnenden Fanreaktionen noch zunehmen werden. Wenn die Politisierung dennoch weiter voranschreite, komme es zu Ärger auf den Tribünen der Stadien während der am Wochenende beginnenden Fußballeuropameisterschaft und in den Pubs in England, warnte er.

Während der vergangenen Premier League Saison hatten unter anderem Unterstützer des FC Millwall mit Pfiffen und Buh-Rufen ihren Ärger über das Niederknien kundgetan. Die Presse reagierte mit Rassismus- und Rechtsextremismusvorwürfen darauf. (ag)

Englische Fans während des Freundschaftsspiels gegen Rumänien Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Darren Staples
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