Langen Müller Josef Kraus Der deutsche Untertan
Pastor Olaf Latzel
Pastor Olaf Latzel Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Kritik an Homosexuellen
 

Gericht verurteilt Pastor Latzel wegen Volksverhetzung

BREMEN. Das Bremer Amtsgericht hat am Mittwoch den evangelischen Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung verurteilt. Die Richterin Ellen Best sah es als erwiesen an, daß der Geistliche in einem Eheseminar zu Haß gegen Homosexuelle angestachelt habe, berichtet die Nachrichtenagentur epd. Sie schloß sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an und verhängte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten, die zu einer Geldstrafe von 8.100 Euro (90 Tagessätzen à 90 Euro) umgewandelt wurde. Latzels Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Juli Anklage erhoben. Darin warf sie dem Pastor vor, „Homosexuelle generalisierend als Verbrecher und die Homosexualität als Degenerationsform der Gesellschaft“ sowie „Menschen, die in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität von der angeblichen Norm abweichen, als ‘Genderdreck’ und als ‘Angriff auf die göttliche Schöpfungsordnung’“ bezeichnet zu haben.

Kritik an Homosexuellen bei Eheseminar

Hintergrund ist ein Eheseminar im Oktober 2019, bei dem Latzel vor 30 Paaren unter anderem geäußert hatte, daß Homosexualität eine „Degenerationsform von Gesellschaft“ sei. Außerdem sagte er: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“ Eine Aufnahme des Seminars wurde im März mit Latzels Einwilligung auf YouTube gestellt.

Die Bremische Landeskirche hatte ein Disziplinarverfahren ausgesetzt und dies damit begründet, sie wolle das Strafverfahren abwarten. Latzel hatte sich für die Äußerungen entschuldigt und betont, nicht alle Homosexuellen als Verbrecher bezeichnet zu haben. (ls)

Pastor Olaf Latzel Foto: Carmen Jaspersen/dpa
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