Frauen auf Twitter: Laut Amnesty International zu wenig geschützt
Frauen auf Twitter: Laut Amnesty International zu wenig geschützt Foto: picture alliance/PhotoAlto
„Gewalt und Mißbrauch“

Amnesty International klagt über mangelnden Schutz von Frauen auf Twitter

BERLIN. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Twitter vorgeworfen, Frauen zu wenig vor „Gewalt und Mißbrauch“ zu schützen. Die Belästigung treffe besonders Angehörige religiöser, ethnischer oder sexueller Minderheiten sowie Transgender. Dies führe dazu, daß viele Frauen auf der Plattform schwiegen oder sich selbst zensierten, sagte Rasha Abdul Rahim, Ko-Direktorin des Programms Amnesty Tech am Dienstag.

Die Belästigung von Nutzerinnen äußere sich bei Twitter in vielfältiger Weise. Beispielsweise erhielten Frauen neben Beleidigungen auch Vergewaltigungsdrohungen. Deshalb müsse das soziale Medium daran arbeiten, besser auf die verschiedenen Arten des Mißbrauchs zu reagieren.

Twitter habe bisher zu wenige Maßnahmen ergriffen

Seit dem Bericht „Toxic Twitter“ („Toxisches Twitter“) ihrer Organisation vor zwei Jahren habe das soziale Medium zwar Fortschritte erzielt, jedoch müsse es noch viel mehr tun, um das Problem zu bekämpfen. Amnesty International hatte dem Unternehmen 2018 zehn konkrete Handlungsvorschläge unterbreitet, um den vermeintlichen Belästigungen entgegenzuwirken. Twitter habe jedoch nur einen davon umgesetzt.

Die Plattform müsse unter anderem deutlicher machen, wie es mißbräuchliches Verhalten gegen Frauen identifiziere. Zudem mangle es an umfangreichen länderspezifischen Daten zum Umfang der gemeldeten Belästigungsfälle.

Amnesty International fordert Twitter zur „Säuberung“

„Twitter steht in der Verantwortung, die Menschenrechte zu wahren, einschließlich dem Recht, frei von Diskriminierung und Gewalt zu leben sowie sich selbst auszudrücken und die eigene Meinung kundzutun“, verdeutlichte die Organisation. Die Belästigung, die Frauen in dem sozialen Medium widerfahre, untergrabe dieses Recht aber. Deshalb müsse das Unternehmen seine Plattform „säubern“.

Jedoch beleidigen auch Frauen andere Nutzerinnen. Das verdeutlichte jüngst der Sturm der Entrüstung gegen die britische Schriftstellerin J.K. Rowling. Sie war  auf Twitter massiv angefeindet worden, weil Nutzer mit ihrem neuen Buch nicht einverstanden waren. Es handelt von einem Serienkiller, der sich als Frau verkleidet, wenn er seinen Opfern nachstellt. Kritiker hatten der „Harry Potter“-Autorin vorgeworfen, damit Haß gegen Transgender zu schüren. Daraufhin war Rowling von Anhängerinnen der „LGBTQ-Gemeinschaft“ beleidigt und symbolisch für tot erklärt worden. (zit)

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