SEK-Einsatz (Archivbidl): Verdächtige zeigen sich nicht kooperativ Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa
Niedersachsen und Köln

Clans halten Polizei auf Trab – Versuchte Gefangenenbefreiung

SEEVETAL. Ein Streit zwischen zwei Großfamilien im niedersächsischen Seevetal hat am Wochenende zu mehreren großen Einsätzen der Polizei geführt. In der Nacht zu Sonntag hatten zunächst zwei Männer einen 22jährigen vor einem Supermarkt im Ortsteil Maschen verprügelt. Noch bevor die Polizei eintraf, waren die Beteiligen jedoch wieder verschwunden, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Kurze Zeit später trafen sich zwei bewaffnete Gruppen der polizeibekannten Familien auf dem Parkplatz. Sie gingen mit Messern und Knüppel aufeinander los. Drei Personen wurden dabei verletzt und in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Die andere Beteiligten flüchteten in unterschiedliche Richtungen.

Familienangehörige polizeibekannt

„Da weitere Konfrontationen zwischen den beiden Familien nicht auszuschließen waren, wurden insgesamt 20 Funkstreifenwagen aus dem Gebiet der Polizeidirektion sowie aus Hamburg nach Maschen und Meckelfeld entsandt“, berichtete die Polizei. Damit nicht genug: Als die Einsatzkräfte eines der Fluchtfahrzeuge vor einem Haus eines Beteiligten entdeckte, stürmten Beamte eines Spezialeinsatzkommandos am Sonntag morgen die Wohnung des Mannes.

Ein Sprecher der Polizei Buchholz sagte auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, einige Angehörige beider Familien seien mehrfach polizeibekannt. Es handle sich bei ihnen um mehrheitlich deutsche Staatsbürger mit Einwanderungshintergrund. Ob Clanstreitigkeiten hinter der Auseinandersetzung steckten, werde derzeit geprüft. Eine zwischenzeitliche Fahndung nach weiteren Verdächtigen sei beendet worden, nachdem die Staatsanwaltschaft keinen Antrag auf Haftbefehl erlassen hatte. Die bisher angetroffenen Beteiligten würden sich nur über Anwälte äußern und verhielten sich nicht kooperativ.

Shisha-Bar-Besucher gehen auf Polizisten los

Auch in Köln mußte die Polizei am Samstag abend zu einem Großeinsatz ausrücken. Beamte hatten zunächst einen 28 Jahre alten deutschen Staatsbürger wegen eines Verkehrsdelikts vor einer Sisha-Bar kontrolliert. Der BMW-Fahrer beleidigte die Polizisten, trat und schlug auf sie ein. Als sich herausstellte, daß gegen den Mann ein Haftbefehl wegen Nötigung vorlag, wurde er festgenommen.

Währenddessen formierten sich laut Polizei rund 30 „höchst aggressive junge Männer“ aus der Shisha-Bar und solidarisierten sich mit dem Festgenommenen. Die Polizei mußte Verstärkung rufen, die die Gruppe schließlich zurückdrängen konnte. Während des Tumults versuchten zwei Männer, die Polizeikette zu durchbrechen und den 28jährigen zu befreien. Einer von ihnen schlug einem Beamten ins Gesicht und verletzte diesen leicht.

Die Einsatzkräfte waren mit mehr als einem Dutzend Streifenwagen vor Ort. Ob sich der Gesuchte und die Besucher der Shisha-Bar kannten und warum sie ihn zu befreien versuchten, werde derzeit geprüft, sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei der JF. Gegen die Beteiligten werde unter anderem wegen versuchter Gefangenenbefreiung ermittelt. (ls)

SEK-Einsatz (Archivbidl): Verdächtige zeigen sich nicht kooperativ Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa

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