Bayern

Abschiebung verhindert: Nigerianer entreißt Dienstwaffe und geht auf Polizisten los

LANDSHUT. Ein nigerianischer Asylbewerber, der abgeschoben werden sollte, hat im niederbayerischen Landshut mehrere Polizisten attackiert. Der 30jährige erschien am Dienstag kurz nach Mittag im Landratsamt und ging dort unvermittelt auf mehrere Beamte los. Wie die Polizei Niederbayern am Dienstag mitteilte, entriß der Mann bei der Festnahme einem Polizisten zunächst die Dienstwaffe und versuchte vergeblich, einen Schuß auf diesen abzufeuern.

„Bei einem erneuten Versuch auf den Beamten zu schießen, gelang es den beiden anderen Polizeibeamten, dem Mann die Waffe zu entreißen.“ Anschließend attackierte er einen weiteren Polizisten mit einem spitzen Gegenstand, hieß es weiter. Ein dritter Beamter wurde dabei ebenfalls verletzt. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray sei es den Einsatzkräften gelungen, den wütenden Mann zu überwältigen.

Afrikaner kam 2015 und war bereits polizeibekannt

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern sagte am Mittwoch auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT, der Nigerianer werde nun vorläufig nicht abgeschoben. „Jetzt steht erst mal das Strafverfahren im Vordergrund.“ Er bestätigte auch, daß der Mann bereits polizeilich in Erscheinung getreten ist. Der Afrikaner befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam, bis ein Richter über einen Haftantrag entscheide. Die drei verletzten Beamten seien derzeit nicht dienstfähig.

Warum der Nigerianer ins Landratsamt kam und auf Polizisten losging, ist bislang unklar. Eine Sprecherin der Behörde vermutete gegenüber der JF, dies hänge mit der geplanten Abschiebung zusammen. Dem Afrikaner war am Dienstag mitgeteilt worden, daß er ausreisepflichtig ist, erklärte sie.

Der Nigerianer kam demnach Anfang 2015 nach Deutschland. Zuletzt war er im Landkreis Landshut dezentral untergebracht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe seinen Asylantrag abgelehnt. Rechtsmittel dagegen seien nicht mehr möglich gewesen. (ls)

Polizei in Bayern (Archivfoto): Nigerianer entriß Beamten die Dienstwaffe Foto: dpa

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