Sachsen-Anhalt

Poggenburg bei Universitäts-Veranstaltung angegriffen

MAGDEBURG. Bei einer Veranstaltung der AfD-nahen Hochschulgruppe „Campus-Alternative“ an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität ist es am Donnerstag zu Auseinandersetzungen mit linksradikalen Störern gekommen. Studenten hatten den Hörsaal besetzt, in dem der emeritierte Biologieprofessor Gerald Wolf einen Vortrag zum Thema Geschlechterforschung halten sollte. Auch AfD-Landeschef André Poggenburg wollte eine Rede halten. Die Protestler empfingen den Politiker und etwa ein Dutzend AfD-Anhänger mit Sprechchören und Trillerpfeifen.

Als Poggenburg das Mikrofon ergriff, bauten sich zahlreiche Demonstranten mit Transparenten vor dem Rednerpult auf und bedrängten und beschimpften ihn. Mehrere Anhänger kamen ihm zu Hilfe. Es entstand eine Prügelei, ein Böller explodierte direkt neben Poggenburg. Ein Mitglied der „Campus-Alternative“ mußte wegen einer Platzwunde am Kopf behandelt werden.

Unter Polizeischutz aus dem Saal geleitet

Poggenburg und seine Mitstreiter brachten sich in einem kleineren Raum hinter der Bühne in Sicherheit. Erst als 30 bis 40 Polizisten eintrafen, beruhigte sich die Situation. Poggenburg und seine Anhänger mußten unter Polizeischutz und dem Jubel der Studenten aus dem Saal geleitet werden.

Die Geschehnisse zeigten, daß die deutschen Universitäten zum großen Teil von der Antifa regiert würden, sagte Poggenburg dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). „Es ist ganz wichtig, daß wir dem endlich eine politische Alternative entgegenstellen. Das ist die AfD.“

Dekan lobt „Haltung“ der „Studierenden“

Der Dekan der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Michael Dick, lobte hingegen das Engagement der Studenten. „Unsere Studierenden zeigen Flagge und Haltung. Darauf bin ich stolz“, sagte er der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). Um einen wissenschaftlichen Diskurs sei es der AfD erkennbar nicht gegangen.

Poggenburg zeigte sich in einer Pressemitteilung entsetzt über die mangelnden Sicherheitsmaßnahmen und über die Äußerungen des Dekans. Es sei erschreckend, „daß er sich offensichtlich gemein macht mit diesem Mob und daß er dessen wütende Attacken gegen die Wissenschaftsfreiheit als Ausdruck von ‚Flagge und Haltung‘ rechtfertigt, ja darauf noch ‚stolz‘ ist“.

Daß der Dekan seiner Neutralitätspflicht nicht nachkomme und die gewalttätigen Angriffe als „Unmutsäußerungen“ verharmlose, sei schlichtweg skandalös und widerspreche der Idee der Universität als Raum des öffentlichen Diskurses. „Die Tumulte erinnerten mich an das, was ich Gott sei Dank nur aus den Geschichtsbüchern kenne: an die prügelnde und pöbelnde Studenten-SA, die 1933 jüdische und politisch andersdenkende Professoren aus den Hörsälen vertrieb. Diese Tumulte sind das problematische Erbe jahrzehntelanger linker Ideologisierung der Hochschulen“, so Poggenburg weiter.

Weitere Veranstaltungen geplant

Der Landesvorsitzende des AfD-Jugendverbands „Junge Alternative“, Jan Wenzel Schmidt, kündigte weitere Veranstaltungen an. „Wir werden das notfalls jeden Monat und jede Woche machen. Beim nächsten Mal bringen wir auch eigene Lautsprecher mit“, betonte er gegenüber der MZ.

Der Studierendenrat der Universität kritisierte den Vorfall. Der Einsatz von Polizei und Feuerwehr wäre nicht nötig gewesen, wenn die „Campus-Alternative“ vernünftig und verantwortungsvoll gehandelt hätte, sagte Sprecher Alexander Hönsch dem MDR. „Zum anderen kann man sagen, daß unsere Universität die Vielfalt lebt und für Menschenfreundlichkeit und Akzeptanz einsteht.“ (gb)

 

 

André Poggenburg, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland, im Landtag in Magdeburg Foto: picture alliance / Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

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