Hocktoilette
Hocktoilette (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

Politische Korrektheit
 

„Nach Mekka kacken geht gar nicht“

KÖLN. Der Kölner Bürgertreffpunkt „Alte Feuerwache“ bekommt eine kultursensible Toilette. Der Vorstand des multikulturellen Zentrums setzte sich anläßlich der Gebäuderenovierung für den Einbau von Hocktoiletten ein, die häufig in islamischen Ländern, aber auch in Frankreich oder China vorkommen. „Wir möchten den Menschen aus diesen Ländern damit das Gefühl geben, daß sie hier zu Hause sind,“ sagte Vorstandsmitglied Konrad Müller dem Kölner Express.

Deshalb soll zum Klo auch ein Wasserschlauch eingebaut werden, damit sich die Besucher ohne Toilettenpapier mit Wasser reinigen können. Auch werde beim Einbau darauf geachtet, daß Muslime ihre Notdurft nicht Richtung Mekka verrichten müssen. Deshalb ist die Anlage nicht in Ost-West-Richtung angelegt. „Nach Mekka kacken geht gar nicht“, so Müllers Begründung.

Mittel aus der NRW-Flüchtlingsförderung

Kritik aus der Bevölkerung tritt Müllers Vorstandskollege Hans-Georg Lützenkirchen entgegen: „Es hat nichts mit Gutmenschentum zu tun, denn unser Verein hat sich auch dem interkulturellen Lernen verschrieben. Und hier kann die einheimische Bevölkerung etwas über andere Kulturen lernen.“

Die Mehrkosten für das Multi-Kulti-Klo betrügen angeblich nur 100 Euro. Allerdings wird der 1,2 Millionen Euro teure Umbau des Hauses fast zur Hälfte mit Geldern aus der Flüchtlingsförderung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert. (tb)

Hocktoilette (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa
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