Zentrale der Landeskirche in München: Pfarrer in der Kritik Foto: picture alliance
Evangelische Kirche geht auf Distanz

Kritik an Homo-Ehe: Bayerischer Pfarrer gerät unter Druck

GOLDKRONACH. Ein evangelischer Pfarrer aus dem fränkischen Goldkronach ist wegen seiner Position zur Homo-Ehe in die Kritik geraten. Günter Weigel hatte im Gemeindebrief Nemmersdorfer Kirchenbote die „Ehe für alle“ kritisiert. Nun werfen einige Medien ihm vor, Homosexualität mit Sodomie und Inzest verglichen zu haben.

Auch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern geht auf Distanz. Weigel selbst fühlt sich mißverstanden. „Die Zitate wurden aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe weder Homosexualität mit Sodomie gleichgesetzt, noch habe ich Homosexuelle verurteilt oder verleumdet. Mein Anliegen war, die christliche Ehe in Abgrenzung zu anderen Ehebildern darzustellen“, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Ehe als Verbindung von Mann und Frau

Weigel schrieb in seinem Beitrag, die „Ehe für alle“ würde „in der Konsequenz“ bedeuten, daß auch die Ehe unter nahen Verwandten, zwischen einem Menschen und seinem (Haus-)Tier oder auch die Vielehe möglich wären. Weiter fragte der Pfarrer: „Wie dekadent und pervers müssen einzelne Vertreter unserer Politik und Gesellschaft eigentlich sein, um auf solche Ideen und Forderungen zu kommen? Die Verwirrung auf diesem Gebiet wird immer größer.“

Die Bibel könne Orientierung geben. Nach dem Willen Jesu sei die Ehe die engste Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, sie sei prinzipiell auf Nachkommen angelegt und unauflöslich. Gott segne Menschen, die zu diesen Grundprinzipien Ja sagten. Die „Ehe für alle“ stehe nicht unter dem Segen Gottes. Aus der Gemeinde habe er auf diesen Beitrag viele positive Rückmeldungen bekommen, betonte Weigel.

Kirche prüft juristisches Vorgehen

In einigen E-Mails sei er hingegen beschimpft worden. Der Pressesprecher der bayerischen Landeskirche, Michael Mädler, bestätigte idea, daß Weigels Beitrag von den Juristen der Landeskirche geprüft werde. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei, stehe noch nicht fest. Es gehe dabei unter anderem um die Frage, inwieweit durch Weigels Tun „die Einheit und Glaubwürdigkeit der Kirche“ befördert wurde oder eben nicht.

Aus theologischer Perspektive könne man zur „Ehe für alle“ durchaus unterschiedlicher Auffassung sein. Er habe allerdings noch niemanden erlebt, der in dieser Frage zur Stützung seiner Thesen „solche bizarren Vergleiche und Phantasien“ entwickelt habe wie Weigel in seinem Beitrag, unterstrich Mädler. (idea/ho)

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