Ludger K.
Foto: Ludger K.

JF-TV Interview
 

Von Corona-Krise bis Cancel-Culture: Gespräch mit Ludger K.

„Hilfe, ich werd‘ konservativ“, rief der Stand-Up-Comedian und Kabarettist Ludger K. im Jahr 2015 und benannte gleich sein damaliges Bühnenprogramm nach dieser Erkenntnis. Dem Verkaufserfolg der gleichnamigen CD folgten Bühnenauftritte landauf, landab. Zum Beispiel 2018 in der Stadthalle Münster-Hiltrup, der nun als Videomitschnitt im JF-TV Vimeo-Kanal angeboten wird. Vor knapp 500 Menschen trat Ludger K. damals auf und wurde vom Publikum gefeiert.

Gleichwohl mutet der gut 80minütige Mitschnitt der Veranstaltung wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit an: Menschen, die sorglos eng nebeneinandersitzen und gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Bilder also, die seit Beginn der Coronakrise geradezu unwirklich anmuten.

Für Ludger K., der mit Live-Auftritten einen Großteil seiner Einnahmen erzielte, markierte der Beginn der Pandemie und der damit verbundenen Lockdownpolitik eine Veränderung, „die krasser gar nicht hätte sein können, denn es ging ja quasi von Hundert auf Null runter“. Eine Erfahrung, die der Comedian mit vielen Künstlern, Schauspielern, Musikern, aber auch einer Vielzahl Gastronomen im Land teilt.

Viel rhetorische Gewalt im Spiel

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Im JF-TV Interview schildert Ludger K., wie er zuerst „typisch konservativ“ auf die neue Situation reagierte, nämlich mit dem Wunsch, „die Reihen geschlossen zu halten“. Doch dann begann er sich zu wundern: Immer dieselben Experten und Virologen, die in Medien zu Wort kamen, während Vertreter abweichender Sichtweisen ignoriert wurden. Eine Vorgehensweise, die man auch bei vielen anderen kontroversen Themen beobachten kann.

Und noch etwas fällt auf: Wer sich, wie jüngst die Sängerin Nena, mit jenen solidarisiert, die gegen die Coronapolitik und für die Wiederherstellung von Grundrechten demonstrieren, erfährt schnell scharfen Gegenwind in den Leitmedien. Auch das ist aus einem anderen Zusammenhang bekannt, erinnert es doch sehr an die unrühmliche „Cancel Culture“, der in Deutschland beispielsweise der Satiriker Uwe Steimle zum Opfer fiel.

„Früher konnte man in der Garderobe noch alles diskutieren“, erinnert sich Ludger K., doch seit der Finanzkrise 2008 seien viele Debatten immer emotionaler, immer irrationaler geworden. Da sei „eine rhetorische, aber auch eine reale Gewalt im Spiel“, die ihn „sehr beunruhige“, so der Kabarettist.

> Die ganze Show „Böst of Ludger K.“ finden Sie unter www.vimeo.com/jungefreiheit

Foto: Ludger K.
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