Petition für Gendersprache bei Online-Enzyklopädie

Schriftstellerin Hannig will Wikipedia geschlechtergerecht machen

MÜNCHEN. Die Münchner Schriftstellerin Theresa Hannig hat eine Initiative gegen das generische Maskulinum auf der Online-Enzyklopädie Wikipedia gestartet. Ihr und ihren Unterstützern sei die gendergerechte Sprache „und die Ansprache von nicht-binären Menschen“ auf der Plattform wichtig, betonte die Autorin im Gespräch mit dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, jetzt.

Zugleich kritisierte sie die Initiative des Vereins Deutsche Sprache gegen die Gendersprache. Die Mitglieder der Organisation seien „genau die klischeehafte Zielgruppe, die sich für das generische Maskulinum einsetzt. Salopp gesagt: alte weiße Männer und nur ganz wenige Frauen“.

Ziel ihrer Petition sei es, mehr Frauen und nicht-binäre Menschen dazu zu motivieren, sich aktiv in die Gestaltung der Enzyklopädie einzubringen. „Ich bin selbst ein totaler Wikipedia-Fan und sehe in erster Linie den positiven Aspekt. Aber ich möchte auch mehr Diversität auf der Seite.“ Derzeit seien 90 Prozent der Autoren Männer.

Deutsche lehnen Gendersprache ab

Seit dem 1. April konnte die 35 Jahre alte Schriftstellerin rund 1.500 Unterschriften sammeln. Hannig wurde als Autorin des Science Fiction Romans „Die Optimierer“ 2017 bekannt.

In einer Anfang April veröffentlichten Umfrage gab die Mehrheit der Deutschen an, gendergerechte Sprache für überflüssig zu halten. Gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung lehnten demnach 75,3 Prozent der Befragten ab.

Der Verein Deutsche Sprache sammelt seit Anfang März Unterschriften gegen die Einführung der Gendersprache. Bislang unterzeichneten rund 70.000 Personen den Aufruf. Parallel dazu ruft auch die Initiative „Stop Gendersprache jetzt!“ zum Widerstand auf. (ag)

Die Schriftstellerin Theresa Hannig setzt sich für Gendersprache auf Wikipedia ein Foto: picture alliance/dpa

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