Europawahl

Kirchen und Einzelhandel rufen zu „mehr Europa“ auf

HANNOVER/BERLIN. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Katholische Bischofskonferenz haben vor Nationalismus und Extremismus gewarnt. „Wir sind der Überzeugung, daß ein Weg, der mit hetzerischen Parolen gepflastert oder mit Mauern des Nationalismus abgeschottet ist, in die falsche Richtung führt“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, zur Europawahl.

Stattdessen biete „allein ein geeintes Europa Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit, von Globalisierung und Digitalisierung über Migration und Klimawandel bis hin zu Freiheit und Sicherheit“. Deswegen brauche es „mehr Vertrauen in den Prozeß der europäischen Integration und den politischen Willen, die Europäische Union weiterzuentwickeln, um Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu stärken und den Menschen zur Freiheit und zu einem guten Leben zu verhelfen“.

Handelsverband warnt vor populistischen Parteien

Auch zahlreiche Einzelhändler haben zur Teilnahme an der Europawahl aufgerufen, um „die EU als Werteunion für Frieden, Freiheit, sozialen Zusammenhalt und Rechtsstaatlichkeit“ zu bewahren und zu stärken. „Nur ein Europa, das stark ist, das bei großen Fragen mit einer Stimme spricht, kann auf Augenhöhe mit den anderen Weltregionen verhandeln“, heißt es in dem Aufruf, dem sich unter anderem Ikea, Edeka, Rewe, Galeria Kaufhof und Butlers angeschlossen haben.

Ein solches Europa nehme „nicht unsere nationale Identität, diese wird vielmehr ergänzt und bereichert“. Die Botschaft an die Unternehmen des Handels und ihre rund drei Millionen Beschäftigten laute daher: „Geben Sie Europa bei der Wahl am 26. Mai 2019 Ihre Stimme! Sagen Sie JA zu Frieden und Freiheit, zu einem starken Binnenmarkt. Sagen Sie JA zur Europäischen Union.“

Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht in seiner Begründung für die Notwendigkeit der Kampagne noch weiter. „In allen Mitgliedsstaaten gewinnen populistische und antieuropäische Parteien an Einfluß“, beklagt HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Deswegen müsse allen klar sein, daß die Zukunft des europäischen Projekts auf dem Spiel stehe. „Ein Rückfall in nationale Egoismen kann nicht die Antwort auf die Herausforderungen einer global vernetzten Wirtschaft sein“, betont er. (tb)

Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx (links) neben dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm Foto: picture alliance/ dpa

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