Markus Meckel
Markus Meckel Foto: picture alliance / dpa

DDR-Geschichte
 

DDR-Geschichte: Meckel beklagt westdeutsche Ignoranz

BERLIN. Der Vorsitzende der „Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur“, Markus Meckel (SPD), hat in bezug auf die Geschichte der DDR eine westdeutsche Ignoranz beklagt. „Die DDR-Geschichte wird im Westen nach wie vor weitgehend als Regionalgeschichte angesehen“, beklagte er im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dem ZDF sagte Meckel: „Wir müssen deshalb auch noch viel stärker an die Westdeutschen herankommen, die oft sehr selbstgenügsam sind und glauben, sie hätten mit den Themen Diktatur und Kommunismus nichts zu tun, was eine Fehlwahrnehmung ist.“

Dabei sei die deutsche Nachkriegsgeschichte eine geteilte. „Beide deutschen Staaten, auch die Bundesrepublik, sind für sich allein nicht verständlich“, betonte er. Ohne die Bezüge der DDR zu den kommunistischen Ländern Osteuropas werde man „das Leben in der DDR nicht verstehen können“.

Zudem kritisierte Meckel die „vielen pauschalen Aussagen“ über Ostdeutsche nach den Ereignissen von Chemnitz, „die schwer erträglich sind“. Richtig sei, daß viele im Osten sich nicht als gleichwertig anerkannt sähen. Wie bei allen „mentalen Gefühlslagen“ müsse man jedoch mit schnellen Antworten vorsichtig sein. Der SPD-Politiker Meckel war der letzte Außenminister der DDR. Seine Äußerungen fielen anläßlich des 20. Jahrestages der Stiftungsgründung. (tb)

Markus Meckel Foto: picture alliance / dpa
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