Schlagwort Diskriminierung

Sprachpolizei und Diskriminierungspolitik“ lautet das Schwerpunktthema der aktuellen Doppelausgabe Juli/August der libertären Zeitschrift eigentümlich frei. „Die Rituale und Tabus der Sprachwächter der Politischen Korrektheit interessieren die meisten Menschen nicht wirklich – und doch wissen sie, was sie sagen dürfen und was nicht“, schreibt der Herausgeber André F. Lichtschlag in seinem Editorial. Vermutlich habe es noch keine Gesellschaft ohne Sprachtabus gegeben. Aus früheren religiösen Tabus seien heute zivilreligiöse geworden, so Lichtschlag. „Insofern bleiben die meisten Menschen gelassen; man mag die Politische Korrektheit nicht, heimlich lacht man auch mal über sie, aber man akzeptiert die Regeln.“

Im Mittelpunkt des 70 Seiten starken Heftes steht dann die Berichterstattung von der Jahrestagung der Property and Freedom Society (PFS) Ende Mai im türkischen Bodrum. Bei der PFS handelt es sich um eine von dem Ökonomie-Professor Hans-Hermann Hoppe 2006 ins Leben gerufene Versammlung „radikaler Freidenker“. Laut Selbstauskunft steht die Property and Freedom Society „für einen kompromißlosen intellektuellen Radikalismus: für rechtmäßig erworbenes Privateigentum, Vertragsfreiheit, Vereinsfreiheit – die logischerweise das Recht beinhaltet, in den eigenen persönlichen wie Geschäftsbeziehungen gegen jedermann zu diskriminieren – und uneingeschränkten Freihandel“.

Hoppe selbst, 1949 in Peine geboren, ist einer der bekanntesten Vertreter der Österreichischen oder Wiener Schule in ihrer anarchokapitalistischen Variante. Von 1986 bis zum vergangenen Jahr lehrte er Volkswirtschaft an der Universität von Nevada in Las Vegas. Der Demokratiekritiker Hoppe (JF-Interview 26/05) gilt als ein Vordenker der libertären Bewegung.

Ein Treffen der „politisch nicht immer Korrekten“

In Bodrum trafen sich nun eine Vielzahl von „politisch nicht immer Korrekten“ (Lichtschlag) zu einem Meinungsaustausch und insgesamt 18 Vorträgen. Aus dem Umfeld von eigentümlich frei nahmen neben Lichtschlag unter anderem die Autoren Bruno Bandulet, Guido Hülsmann und Carlos A. Gebauer an dem Treffen teil; Hülsmann hielt einen Vortrag über die Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise, Gebauer sprach über das deutsche Gesundheitssystem, Lichtschlag referierte über die politische Korrektheit in Deutschland. Eigentümlich frei dokumentiert seinen (höchst zustimmungsfähigen) Vortrag ebenso wie die (höchst angreifbare) Rede von Hans-Hermann Hoppe und zwei weitere Beiträge zu affirmative action, der Politik der Diskriminierung. Abgerundet wird das Schwerpunktthema von einem Beitrag des Philosophen Alexander Ulfig über „Männerdiskriminierung an deutschen Universitäten“, der für eine grundlegende Wende in der Wissenschaftspolitik plädiert.

Kontakt: Eigentümlich frei, Lichtschlag Medien und Werbung KG, Malvenweg 24, 41516 Grevenbroich, Tel.: 0 21 82 / 5 70 45 00, Internet: www.ef-magazin.de

Property and Freedom Society, Internet: www.propertyandfreedom.org

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