Illustre Autorenrunde

Herausgegeben vom Institut für Staatspolitik (IfS) erscheint die Zeitschrift Sezession im 7. Jahrgang inzwischen sechsmal jährlich mit einem Umfang von jeweils 56 Seiten. Vier Ausgaben sind als Themenhefte konzipiert, zwei erscheinen als „Freie Hefte“ mit Grundlagenartikeln und Kurzbeiträgen, während zahlreiche Rezensionen und die Rubriken „Vermischtes“, „Theorie“ und „Begriffe“ in keinem Heft fehlen.

Die aktuelle Ausgabe der Sezession (August/September 2009) eröffnet Ellen Kositza mit einem Autorenporträt zum 150. Geburtstag des Nobelpreisträgers Knut Hamsun: „Leben nämlich!“ Der Beitrag macht deutlich, daß das Erzählwerk des norwegischen Dichters in der Tat zu den bedeutendsten literarischen Leistungen des 20. Jahrhunderts gehört und in vielfacher Weise auch die moderne Literatur beeinflußt hat. Zweimal reiste er für mehrere Jahre in die USA, von wo er voller Haß auf die moderne, seelenlose, technisierte Kultur zurückkehrte. Seine deutschfreundliche Haltung im Zweiten Weltkrieg brachte ihm, der sich vehement für die Unabhängigkeit Norwegens von der schwedischen Krone einsetzte, noch im hohen Alter von 86 Jahren zwei Jahre Freiheitsentzug wegen „landesverräterischer Aktivitäten“ ein.

In einem Interview erläutert Alain de Benoist, wie es 1979 zu dem vom französischen Magazin Le Nouvel Observateur ausgerufenen „Sommer der Nouvelle Droite“ kam. Mit zahllosen Artikeln, Büchern, Radio- und Fernsehsendungen begann eine konzertierte Kampagne, die bald um sich griff „wie ein Lauffeuer“. Tatsächlich existierte diese Denkschule jedoch seit 1968, als sich um die Zeitschriften Cahiers Universitaires und später Dominique Venners Europa Action im Milieu französischer Gymnasiasten und Studenten eine „Szene“ ausbildete, die Verbindung zu jenem Flügel der Rechten aufnahm, der sich nicht mit dem Verlust des empire abfinden wollte und eine radikal antigaullistische Position einnahm. Anschaulich schildert Benoist die weitere Entwicklung der französischen „Neuen Rechten“ und erklärt auch, warum er heute diesen Begriff ablehnt: „Je liberaler die Rechte wird, desto mehr stimme ich mit dem kritischen Denken der Linken überein.“ Zudem interessiere er sich mehr für „konkrete Inhalte“ als für „abstrakte Behältnisse“.

Götz Kubitschek erinnert in seinem Beitrag „ Leben müssen – Joachim Fernau zum Hundertsten“ an den Bestsellerautor, der neben seinen Romanen, populärwissenschaftlichen Geschichtsdarstellungen, Erzählungen und Gedichten auch ein umfangreiches künstlerisches Werk an Ölgemälden und an asiatische Kalligraphie erinnernde Tuschezeichnungen hinterließ. Als sehr gelungen darf man auch die beiden Seiten „Prominente schreiben für die Sezession“ bezeichnen. Neben Heidegger, Jünger, Spengler und Stauffenberg, die man sich ohne weiteres als „freie Mitarbeiter“ der Sezession vorstellen könnte, äußert sich hier „auf der Suche nach Reservaten des autoritären Charakters“ ein gewisser Habermas, auch bekannt als „Sankt Jürgen“.

Anschrift: Sezession, Rittergut Schnellroda, 06268 Albersroda. Das Einzelheft kostet 10 Euro, das Jahresabonnement 45 Euro. Internet: www.sezession.de 

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