Wider die neue Bevormundung

Herausgegeben von der Offensive Junger Christen (OJC e.V.), erscheint Bulletin (Untertitel: „Nachrichten aus dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“ (DIJG) zweimal jährlich mit einem Umfang von ca. fünfzig Seiten. Der Schwerpunkt des aktuellen Heftes lautet „Homosexualität und Veränderung“ und präsentiert Hintergründe, Forschung, Berichte und Stellungnahmen zu diesem Themenkomplex. In ihrem Editorial erklärt die Redakteurin und Medizinerin Christl Ruth Vonholdt, warum sich das DIJG publizistisch zu dieser Thematik engagiert. Es gehe bei der Debatte um Reorientierungs- bzw. Reparativtherapien, die eine Minimierung homosexueller Empfindungen und die Entwicklung eines latent vorhandenen heterosexuellen Potentials zum Ziel haben, um sachliche Aufklärung. Auf der Grundlage eines jüdisch-christlich Menschenbildes, gespeist aus den Wurzeln unserer europäischen Geschichte, möchte man hierzu Orientierungshilfen geben. Zwar weise die moderne Sexualwissenschaft immer wieder darauf hin, daß sexuelle Orientierung keine ein für allemal festgelegte Größe sei, und lege gelegentlich sogar eine Veränderung von heterosexuell zu homosexuell nahe, doch werde derjenige immer noch an den Pranger gestellt, der sagt, es gebe auch eine Veränderung von homosexuell zu heterosexuell. Diese „neuen Tabus“ gelte es zu hinterfragen und sich endlich aus der „neuen Bevormundung“ zu befreien. Denn obwohl die Diskussion, ob Homosexualität psychotherapeutisch „heilbar“ ist, in den USA schon seit zwei Jahrzehnten geführt wird, werden besonders hierzulande Wissenschaftler, die „heilende“ Veränderungen durch Psychotherapie nachweisen, als Handlanger der politischen Rechten diffamiert. Die vorliegenden Beiträge von Neuropsychiatern, Verhaltenswissenschaftlern und Psychotherapeuten stellen jedoch klar, daß die modernen Veränderungstherapien inzwischen nicht mehr mit polemischen Deklamationen der Schwulen- und Lesbenverbände abgetan werden können. Denn diese Therapien „drehen“ keineswegs an der sexuellen Orientierung — so der vielfache Vorwurf aus der organisierten Homosexuellenszene —, sondern ihr Schwerpunkt liegt allein auf den emotionalen Ursachen, die der Klient für seine homosexuelle Orientierung erkennen kann. So geht es in den Therapien vor allem darum, „neue angemessen Bindungen einzugehen, seelische Verletzungen zu verarbeiten, emotionale Kernbedürfnisse zu erfüllen und defensive Abwehrmechanismen, die eine gesunde Bindung erschwert haben, abzubauen“. Passend dazu lesen sich die beiden Lebensberichte aus männlicher und weiblicher Perspektive, die sich ganz persönlich und sehr tiefgehend mit den Fragen eines solchen komplexen Veränderungsprozesses auseinandersetzen. Sie geben der vergessenen Minderheit, die Hilfe sucht und deren Anliegen oft genug lächerlich gemacht werden, nur weil sie ihre homosexuelle Anziehung als unvereinbar mit ihren tiefsten Wünschen und/oder ihrem christlichen Glauben empfindet, eine authentische Stimme. Anschrift: DIJG. Postfach 1220, 64382 Reichelsheim. Internet: www.dijg.de

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