Abschied von einem großen Denker

Der am 15. September 2008 im Alter von achtzig Jahren verstorbene Günter Rohrmoser, der vor allem mit seinen kritischen Analysen des Denkens wichtiger Repräsentanten der Frankfurter Schule über Fachkreise hinaus als Philosoph Bekanntheit erlangte, wurde am vergangenen Freitag auf dem Ostfilderfriedhof in Stuttgart-Sillenbusch beigesetzt. Etwa 200 Trauergäste nahmen an der Beerdigung teil. In der Traueransprache des Pfarrers in der Feierhalle des Friedhofs wurde mit Rohrmoser ein Mensch in Erinnerung gerufen, der als Sohn eines Schriftsetzers zur Welt kam, die Bombennächte in seiner Geburtsstadt Bochum lesend miterlebte, hochbegabt war, sich mit seiner Habilitation als herausragender Hegel-Kenner empfahl, in Köln 1961 eine Professur für Philosophie antrat, 1976 an der Universität Stuttgart-Hohenheim Ordinarius für Sozialphilosophie wurde und heute als großer Ausleger der christlich-abendländischen Geistestradition gelten darf. Rohrmoser hatte sich für seine Beerdigung das „Ave Maria“ gewünscht, das nach der Traueransprache gespielt wurde. Viele Blumen und Kränze zeugten von der großen Wertschätzung für den Verstorbenen.

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