Zweite Chance

Der Maler Jörg Immendorff ist am Dienstag dieser Woche für seine künstlerischen Leistungen mit dem Kulturpreis der Berliner Boulevardzeitung B.Z. ausgezeichnet worden. Einen Ehrenpreis erhielt der Kunstsammler Heinz Berggruen. Abgesehen von dem Erstaunen, daß ausgerechnet ein Blatt wie die B.Z. einen Kulturpreis verleiht (und das schon zum 13. Mal) und es Menschen gibt, die diesen auch annehmen, läßt vor allem der Name Immendorff aufhorchen. War da nicht kürzlich etwas? Richtig, erst im August vorigen Jahres war der 58jährige Maler und (inzwischen vom Dienst suspendierte) Düsseldorfer Kunstprofessor in einem Nobelhotel bei einer Sexorgie mit neun Prostituierten und einer erheblichen Menge Kokain erwischt worden (JF 36/03). Die Ermittlungen dazu dauern immer noch an, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Dienstag auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT bestätigte. Bei einer Anklage droht Immendorff die Verurteilung zu einer Mindeststrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Doch wie immer das Verfahren ausgehen mag, seine zweite Chance scheint Immendorff schon bekommen zu haben.

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