Sie wollen alle nur eins: unser Geld

Nein, heute soll es nicht um Flüchtlinge gehen. Auch wenn es das aktuelle Lieblingsthema hiesiger Bestmenschen ist, was sich in der 24-Stunden-Beschallung in Radio und Fernsehen ausdrückt. Neben der Umverteilung von Menschen haben ebenjene Personen auch noch weitere Umverteilungsvorlieben. So etwa das von ihnen Fremden Erwirtschaftete oder im Besitz befindliche, das als Erbe an ihre Angehörigen weitergegeben werden soll. Nicht nur, daß Erben ungerecht sei, da es mit dem „Zufall der Geburt“ verknüpft ist, nein, es sei schon per se unfair, wenn „Vermögen extrem ungleich verteilt“ ist.

Also was tun? Genau: Das ohnehin schon versteuerte, erarbeitete Vermögen noch einmal besteuern. Es geht allerdings noch radikaler und dreister, wenn sich der gut situierte Intellektuelle um die finanzielle Situation seiner Genossen und seiner selbst am Lebensabend sorgt.

„Die junge Generation hat nicht genug Menschen. Dies liegt daran, daß seit vielen Jahren viel zu wenig Menschen geboren werden. Ein Sozialstaat ist aber auf Kinder angewiesen. Deshalb hat jeder die Pflicht, nicht nur für die alten Menschen, sondern auch für die nachwachsende Generation zu sorgen. Die nichtgeborenen Menschen müssen wir deshalb durch Einwanderer ersetzen.

Große Unzufriedenheit über die Steuerverwendung

Dies kostet Geld. Diejenigen, die Kinder aufgezogen haben, haben ihren Beitrag geleistet. Nach Berechnungen des Deutschen Familienverbandes beträgt er durchschnittlich im Minimum unter Einbeziehung aller Entlastungsleistungen des Staates rund 4.500 Euro pro Kind und Jahr. Diejenigen, die keine Kinder oder nur ein Kind aufziehen, sparen diesen Beitrag. Die Kosten der Einwanderung sind deshalb von ihnen zu stemmen.“

Das fordert Hermann Heußner, Professor für Öffentliches Recht der Sozialen Arbeit an der Hochschule Osnabrück im Interview mit der Osnabrücker Zeitung. Durchsetzten will er das etwa durch höhere Sozialversicherungsbeiträge für Kinderlose oder durch einen prozentualen Zuschlag auf die Einkommenssteuer.

Die erste Frage, die sich der hart arbeitende Leser nach der Lektüre dieser zwei Beispiele (es gibt noch mehr) stellt, ist: Wie bringe ich mein Geld in Sicherheit? Auf legalem Wege ist das wegen Mario Draghis Inflation und seinen Null-Zinsen schwer möglich geworden. Wer sein Geld dem Staat nicht mehr anvertrauen möchte, schafft es außer Landes, in sogenannte Steueroasen. Weil das nicht legal ist, wird derjenige bald schon die geballte Macht des Staates zu spüren bekommen. Daß etwa Steueroasen nur entstehen können, „wenn es Steuerwüsten gibt“, wie Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein äußerte, und viele Steuerzahler offenbar unzufrieden sind mit dem, was mit ihren Abgaben geschieht, darüber macht sich keiner Gedanken. Ähnlich dem Phänomen Pegida, das immer noch Zehntausende in Dresden auf die Straße zieht, von Politik und Medien bekämpft wird, aber dabei niemand nach den Ursachen dieser Unzufriedenen forscht.

Geld umstapeln für das Projekt Utopia

Eine ganz neue Dimension der staatlich regulierten Umverteilung eröffnete jüngst die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Sie möchte vom US-amerikanischen Suchmaschinenkonzern „Google“ die geringe Summe von sechs Milliarden Euro haben. Warum? Weil der Großkonzern seine unternehmerische Freiheit angewendet und bestimmte Anbieter bei der Platzierung auf der Liste der Suchergebnisse bevorzugt haben soll. Weil die Suchmaschine in Europa einen Marktanteil von rund 90 Prozent hat, sei dies laut Vestager ein Mißbrauch und gehöre bestraft. Am liebsten würden die Eurokraten das Geld finanziell starker Konzerne, insbesondere wenn sie außerhalb der EU ansässig sind, direkt abbitten. Da dies aber doch zu anstößig wäre, versucht man es eben mit einer Bestrafung à la DDR-light.

Dabei ist es jedem frei überlassen, nach dem nächsten Restaurant, dem günstigsten Elektronikladen oder der besten Begriffsdefinition bei Google oder irgendeinem anderen Anbieter wie „DuckDuckGo“, „Ask“ oder „Bing“ zu suchen. Google steht nicht mit entsicherter Pistole neben dem Nutzer und zwingt ihn, seinen Dienst zu nutzen. Ganz anders die oben genannten, sich moralisch überlegen fühlenden Progressiven, die einen zwar nicht umlegen, zumindest aber den sozialen Genickschuß verpassen, schließlich soll man ja noch etwas beitragen können zum Projekt Utopia.

Warum die europäischen Wohlfahrtsstaaten und ihre Vorzeigeexponenten so gerne Geld umstapeln, entwerten und verteilen, läßt sich leicht erklären: Das Geld für die kleinen und großen Projekte der Sozialingenieure, pathologischen Wiedergutmacher und Weltretter fehlt an allen Ecken und Enden.

 

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